Studentenwohnungen als Anlageklasse

Wachstumsmarkt lockt Investoren nach Deutschland

Versorgungslücke bei Wohnraum für Studenten soll geschlossen werden

Interview mit Rob Waterhouse (Finance Director Europe) und Dr. Frank Pfirsching (Managing Director GSA Germany)

GSA hat kürzlich zum ersten Mal in Deutschland investiert. Können Sie Ihr Unternehmen zunächst kurz beschreiben?

GSA ist ein international ausgerichteter Anbieter von Studentenunterkünften, der 2008 von Nicholas Porter gegründet wurde, wobei sein Team bereits mehr als 25 Jahre Branchenerfahrung hat. Aktuell befinden wir uns als globaler Investor, Projektentwickler und Betreiber von speziell errichteten Studentenunterkünften auf einem anhaltenden Wachstumskurs in Europa und anderen weltweiten Schlüsselmärkten von Studentenunterkünften. Wir planen eine weitere Expansion in Irland und dem Vereinigten Königreich.

Zudem ist GSA der einzige Studentenwohnheimbetreiber mit einer globalen Plattform. Mit dieser Plattform können wir die Bedürfnisse und die wachsenden Nachfrage weltweit mobiler Studenten bedienen. Wir verfügen dabei bereits über Wohnheime in Dubai, Dublin, dem Vereinigten Königreich, Japan, China und Australien. Die Übernahme in Deutschland ist Teil einer breiteren Expansion in Europa.

Erläutern Sie bitte die Hintergründe zum jüngsten Investment in Deutschland?

Das erworbene Portfolio ist als Headquarter-Portfolio bekannt und umfasst vier Wohnheime und das Potenzial für weitere Projekte – insgesamt in etwa 1.500 Betten. Das Portfolio wurde ab 2012 von Devario errichtet und betrieben. Die Wohnheime sind in den größeren Universitätsstädten Deutschlands: Münster, Dresden, Darmstadt und Frankfurt. Die Unterkünfte befinden sich allesamt in sehr zentralen Lagen unweit der jeweiligen Universitäten.

Was war der Hauptgrund für das Engagement in Deutschland?

Unser Analyseteam hat die größten Universitätsstandorte in Europa sorgfältig bewertet und ist dabei zu dem Schluss gelangt, dass Deutschland einer der führenden Ausbildungsmärkte Europas und somit eine ideale Plattform für ein Wachstum auf dem ganzen Kontinent ist.
Deutschland hat europaweit die meisten Studenten und ist ein begehrtes Ziel für ausländische Studenten. Trotzdem leben nur 10-12 % der Studierenden in speziell auf ihre Belange zugeschnittenen Unterkünften. Das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage hat auch beim Headquarter-Portfolio zu hohen Auslastungszahlen bei gleichzeitig hohen Mieterträgen geführt.


Wird das Portfolio weiterhin unter der Marke „Headquarter“ geführt werden?

Wir werden die Marke „Headquarter“ in die GSA-Studentenmarke „Uninest“ umbenennen. Damit wird eine Reihe von Verbesserungen verbunden sein, wie etwa weitere Modernisierungen, innovative Konnektivität und Gemeinschaftsräume, die in ihrer Gesamtheit Studenten und Investoren attraktive Mehrwerte bieten werden.

Unserer Meinung nach könnte der Zeitpunkt für die Einführung der „Uninest“-Marke in Deutschland nicht besser sein. Alles deutet darauf hin, dass die Anzahl der Studenten steigen wird und dass für diese Zielgruppe weiterhin nicht in ausreichendem Umfang spezieller Wohnraum zur Verfügung gestellt wird. Diese Versorgungslücke möchten wir mit „Uninest“ durch die Bereitstellung von hochwertigem Studentenwohnraum schließen.

Warum werden die speziell errichteten Unterkünfte von den Studenten so gut angenommen?

Ein Studium ist immer auch eine Lebenserfahrung, die mit Veränderungen verbunden ist. Bereits bei der Suche nach einer neuen Unterkunft kommt den Studenten unser Ansatz entgegen: Moderne, gut vernetzte Studenten wollen vor ihrem Umzug an ihren Studienort alles online prüfen, buchen und zahlen – eben wie bei Hotelzimmern.

Während des Studiums mit seinen leistungsorientierten und fordernden Universitätsvorlesungen wünschen sich Studenten dann ein Domizil, das ihnen Sicherheit bietet und an dem sie studieren und Kontakte pflegen können. GSA sorgt dabei für eine stetige Weiterentwicklung der Wohnheime, um Studenten bestmögliche Unterkünfte anbieten zu können – Wohnungen, die dabei helfen, dauerhafte Studentengemeinschaften aufzubauen.

Zum Abschluss des Interviews ein kurzer Blick in die Zukunft: Wie ist Ihre Strategie in Bezug auf den deutschen Markt?

Die Übernahme des Headquarter-Portfolios markiert den Beginn einer auf fünf Jahre hin ausgelegten Strategie. Diese sieht den Bau eines Portfolios mit 10.000 Betten in Deutschland und die Ausschöpfung eines unterversorgten Marktes von speziell errichteten Unterkünften in der größten Marktwirtschaft Europas vor.