Wie kann eine wertebasierte Unternehmenskultur aussehen?

Stuttgarter Schlossgespräche: Prof. Manfred Maus begeistert

Gernot Hämmerle Gernot Hämmerle

Wie kann Unternehmenskultur in einer sich wandelnden Welt aussehen? Um diese Kernfrage drehten sich die Stuttgarter Schlossgespräche am 31. Mai auf Schloss Solitude in Stuttgart. Mit Prof. Manfred Maus hatten die Kollegen unserer Stuttgarter Niederlassung einen Referenten gewinnen können, der für dieses Thema geradezu prädestiniert ist. Prof. Maus ist nicht nur Gründer der erfolgreichen Baumarktkette OBI, sondern auch Verfechter einer an Werten wie Freiheit und Verantwortung ausgerichteten Unternehmenskultur. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Bundesverdienstkreuz. Diese bekannte Unternehmerpersönlichkeit begeisterte rund 50 Gäste in einem brillanten Vortrag zum Thema „Wertebasierte Unternehmenskultur.“

Hintergrund: Die Wirtschaft erlebt durch Digitalisierung und Globalisierung einen enormen Wandel. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, mit ständigen Veränderungen Schritt zu halten. Doch wie kann vor diesem Hintergrund eine Unternehmenskultur aussehen, die langfristig Erfolg verspricht?

Prof Manfred Maus

In seinem Vortrag beleuchtete Prof. Maus ausführlich das Thema Wandel in unserer Gesellschaft und hinterfragte kritisch, ob wir unsere Kunden wirklich kennen und in der Lage sind, sie zu begeistern. „Eine der größten Herausforderungen für einen Unternehmer der heutigen Zeit ist die Tatsache, dass er den Wandel, in dem wir leben, rechtzeitig erkennen muss.“ An Beispielen von Weltbild, Grundig & Co. zeigte er auf, dass Fehleinschätzungen von Kunden rigoros abgestraft werden und ganze Firmen in den Abgrund stürzen können. Auch die Schnelligkeit von Veränderungen und die massiven Auswirkungen auf neue Geschäftsmodelle (Uber, Smart Home, Car sharing-Modelle usw.) sowie die Verdrängungsrisiken durch ausländische Konkurrenten (Alibaba & Co.) dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Prof. Maus: „Wer seine Kunden begeistern will, muss ihre Bedürfnisse kennen und ihre Erwartungen übertreffen. Denn nur so kann man sich von seinen Mitbewerbern abheben.“

Eine weitere zentrale Voraussetzung für Kundenzufriedenheit sind zufriedene Mitarbeiter, die die Begeisterung für ihr Unternehmen zum Kunden tragen. Und eine Grundvoraussetzung für Mitarbeiterzufriedenheit ist eine offene, werteorientierte Führungskultur. Das heißt in erster Linie: Der Unternehmer muss selbst die gewünschten Werte vorleben. Prof. Maus handelt hierbei nach dem Grundsatz „Disziplin & Konsequenz“. Nach seiner Ansicht gehören dazu Toleranz im angemessenen Rahmen und Respekt gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern. Prof. Maus: “Wir müssen lernen, die Betroffenen an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, denn nur wenn man die Menschen mitnimmt, kann man sie begeistern“. Vertrauen ist hierbei nach Ansicht von Prof. Maus ein wesentlicher Baustein. Denn wer seinem Mitarbeiter vertraut, räumt ihm auch mehr Freiheiten ein. Diese Wertschätzung führt dann automatisch zu mehr Zufriedenheit. Wohin eine andere Führungskultur führt, kann man derzeit und in der jüngeren Vergangenheit eindrucksvoll an Beispielen wie VW, Deutsche Bank und Schlecker beobachten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Schloss Solitude Stuttgart

Eine rege Diskussion im Anschluss an den Vortrag und zahlreiche Fragen an Prof. Maus verdeutlichten eindrucksvoll die hohe Praxisrelevanz der Vortragsthemen. Der weitere Verlauf des Abends wurde von den Gästen ausgiebig zum Networking und zum gegenseitigen Austausch genutzt. Wir freuen uns, den Teilnehmern viele wertvolle Impulse auf den Weg gegeben zu haben. Die nächste Ausgabe der Stuttgarter Schlossgespräche ist bereits fest eingeplant.

Fazit

Der Vortrag von Prof. Maus machte zugleich deutlich, dass das Thema Corporate Governance im Mittelstand immer wichtiger wird, da sich Geschäftsmodelle wandeln und zunehmend komplexer werden. Eine gute Unternehmensführung kann dabei zum Wettbewerbsvorteil werden. Etwa beim Thema Finanzierung – ohne gute Verhaltensstandards bekommen Firmen heute kaum noch einen Kredit. Außerdem können gelebte Governance Regeln latente Konflikte in der Unternehmerfamilie entschärfen, was beispielsweise bei der Nachfolge von Vorteil sein kann. Auch ist aus unserer Sicht ein engagierter Aufsichts- oder Beirat gerade im Mittelstand wichtig, denn wer Strukturen und Ziele kritisch hinterfragt, öffnet sich für Veränderungen und ist damit gut gerüstet, um mit den von Prof. Maus geschilderten Entwicklungen Schritt zu halten.

Praxishinweis

Für die genannten Aspekte stehen wir Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Warth & Klein Grant Thornton verfügt über eine fast 60-jährige Erfahrung in der Begleitung von familien- und inhabergeführten Unternehmen. Ein Expertenteam aus eingespielten Spezialisten steht Unternehmern beim Thema Corporate Governance mit einem umfassenden Leistungsspektrum zur Verfügung. Gerne überzeugen wir Sie in einem persönlichen Gespräch davon, wie funktionierende Governance-Strukturen zum Vorteil von mittelständischen Unternehmen gereichen können. Sprechen Sie uns an!