Aktuelle Studie

Deutsche Mittelständler optimistisch wie nie

Michael Häger Michael Häger

Unternehmen weltweit blicken zuversichtlich in die Zukunft

Sogar Großbritannien und Griechenland sind positiv gestimmt

Zeigt Trumps Handelspolitik dennoch Auswirkungen?

 

Die internationalen mittelständischen Unternehmer sind hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in 2018 so optimistisch wie selten zuvor. Deutsche Mittelständler teilen diese Einschätzung und rechnen mit weiterem Wachstum und steigenden Umsätzen. Dies zeigt der International Business Report (IBR), eine repräsentative Umfrage der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton unter mittelständischen Unternehmen.

Wirtschaftsoptimismus auf höchstem Niveau seit 15 Jahren

 Weltweit zeigt sich eine sehr gute wirtschaftliche Grundstimmung: Waren es im vergangenen Jahr nur 49 % der Befragten, die einer wirtschaftlichen Entwicklung zuversichtlich entgegensahen, so sind es heute 61 %. Das höchste Niveau, das seit Beginn des IBR vor fünfzehn Jahren erzielt wurde. Und Deutschland liegt sogar noch über dem Durchschnitt: 80 % der deutschen Unternehmer schätzen die Entwicklung ihrer geschäftlichen Aktivitäten optimistisch ein, ein Anstieg von 8 % im Vergleich zum vorherigen Quartal.

Auch in Großbritannien wurde seit der Abstimmung über den Brexit im Jahr 2016 erstmals wieder ein durchaus gutes Ergebnis erzielt: Immerhin 31 % der Mittelständler blicken hier erwartungsvoll in ihre unternehmerische und wirtschaftliche Zukunft; im letzten Quartal waren es nur 12 %. Sogar Griechenland ist spürbar im Stimmungsaufwind, hier zeigt der Optimismus-Index ebenfalls deutlich weiter nach oben und liegt mit einem Wert von 6 % zum ersten Mal seit langer Zeit nicht mehr im Minusbereich.

„Das Vertrauen der Wirtschaft ist zurück“

Besonders die positiven Erwartungen an die Umsatz- und Gewinnentwicklungen zeichnen den deutschen Mittelstand aus: 64 % (plus 8 % gegenüber dem letzten Quartal) der befragten Unternehmen rechnen 2018 mit Umsatz- und 43 % (plus 4 %) mit Gewinnsteigerungen. Dieser ökonomische Trend spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft des deutschen Mittelstandes wieder. 36 % der Mittelständler rechnen damit, dass mehr in Anlagen und Maschinen investiert wird, 24 % erwarten weitere Investitionen in neue Gebäude sowie in Forschung und Entwicklung.

Zu diesen Erkenntnissen passt, dass nur 16 % der befragten mittelständischen Unternehmen die Gefahr von Einschränkungen durch wirtschaftliche Unsicherheiten sehen. „Man merkt, dass die Unsicherheit im Zusammenhang mit den Bundestagswahlen in Deutschland sowie die weltweit verbreitete Sorge vor den politischen Entwicklungen in den USA und Großbritannien nachgelassen haben. Das Vertrauen der Wirtschaft ist zurück und es scheint, als sei wieder Normalität eingekehrt“, kommentiert Joachim Riese, CEO von Warth & Klein Grant Thornton, den in der Studie gezeigten Wirtschaftstrend nach oben.

Weiterhin keine großen Exporterwartungen – Ist Trumps protektionistische Politik Schuld?

Trotz des großen Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklungen sehen aber nur 25 % und damit verhältnismäßig wenige der deutschen Mittelständler einen Ausbau ihrer Exportaktivitäten. Weltweit erwarten nur 19 % der befragten Unternehmen einen Anstieg ihres Exports. Ein möglicher Grund dafür könnten die protektionistische Politik Trumps und die damit zusammenhängenden möglichen Restriktionen im weltweiten Handel mit den USA sein. Auf die Exporterwartungen in den USA scheint Trumps Handelspolitik ebenfalls Auswirkungen zu haben: So erwarten hier lediglich 15 % der mittelständischen Unternehmer einen Anstieg des Exports. Schlechte Auswirkungen auf den Wirtschaftsoptimismus der US-amerikanischen Mittelständler hat dies aber nicht. Ganz im Gegenteil: Mit 89 % erreichen die USA ein Allzeithoch und sind zuversichtlich wie selten im Hinblick auf die wirtschaftlichen Entwicklungen.

Schlechter sehen die Zahlen für Asien und Lateinamerika aus: Im Vergleich zu allen anderen Ländern sind die Erwartungen der Wirtschaft hier stark zurückgegangen. In China vergleichsweise immerhin von 78 auf 65 %. Deutlich prägnanter wird es, blickt man nach Japan: Hier liegt der Optimismus-Index bei -8 % (3 % im letzten Quartal). Und auch die Lateinamerikaner sind eher zurückhaltend: Hier schätzen nur noch 25 % der befragten Unternehmen die Entwicklung ihrer geschäftlichen Aktivitäten positiv ein, im letzten Quartal waren es immerhin noch 35 %.

 

Über den IBR

Der „IBR-International Business Report“ von Warth & Klein Grant Thornton befragt mittelständische Unternehmen aus allen Branchen und Industriezweigen. Die Daten für die aktuelle Veröffentlichung basieren auf Interviews mit 2.500 Führungskräften in 35 Volkswirtschaften weltweit. Befragte Personen sind in erster Linie CEOs sowie geschäftsführende und leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Über Warth & Klein Grant Thornton

Warth & Klein Grant Thornton gehört zu den zehn größten deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen an zehn Standorten in Deutschland neben börsennotierten Unternehmen den großen Mittelstand. Schwerpunkte der Arbeit der Gesellschaft sind Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Corporate Finance & Advisory Services. Die Gesellschaft berät weltweit im Netzwerk von Grant Thornton mit rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehr als 700 Standorten in über 135 Ländern.

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Karl-Heinz Heuser
Heuser Agentur für Strategie- und Kommunikationsberatung
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für Warth & Klein Grant Thornton