Zum Schluss

Die Fenstersteuer

Paul Forst Paul Forst

“Daylight robbery” wurde seinerzeit die Fenstersteuer (Window Tax) von den englischen Steuerzahlern genannt. Es überrascht nicht, dass die Idee von König William III, im Jahr 1696 eine Fenstersteuer einzuführen, nicht auf große Zustimmung gestoßen ist. Die Steuer bestand aus 2 Teilen. Eine Flatrate für jedes Haus und eine variierende Steuer für mehr als 10 Fenster. Logische Konsequenz: Je grösser das Haus, umso höher die Steuer. Die Fenstersteuer führte dazu, dass Baumaßnahmen zu weniger und kleineren Fenstern führten. Das bedeutete: Der Staat erhielt weniger Steuern, die Bürger Häuser, die sie nicht wollten – für beide ein schlechter Deal. Liebhaber klassischer Literatur werden sich vielleicht an die Illustrationen in den Romanen von Charles Dickens erinnern, auf denen die Bevölkerung oft in dunklen Häusern dargestellt ist. Dies veranschaulicht die Auswirkungen der damals erhobenen Fenstersteuer, von der die Engländer 1851 erlöst wurden. Wir wünschen uns, dass die neue Bundesregierung nicht zu kreativ ist, damit wir nicht noch in die dunklen Zeiten von Charles Dickens zurückgeworfen werden.