Managementbeteiligungen

Erfreuliche Trendwende in der Besteuerung

Susanne Tschöpe Susanne Tschöpe

Die Entscheidung war mit großer Spannung erwartet worden: In seinem Urteil vom 4. Oktober 2016 hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Besteuerung von Erlösen aus Managementbeteiligungen als Veräußerungsgewinne bestätigt. Damit hat er der Praxis der Finanzverwaltung, solche Einkünfte als Arbeitslohn zu besteuern, eine klare Absage erteilt. Der Streitfall in Kürze: 2003 hatte ein Manager Anteile an der Holdinggesellschaft der Arbeitgebergruppe des Managers erworben. 2004 waren diese Anteile im Rahmen eines Exits an Dritte verkauft worden. An- und Verkauf hatten unstreitig zum jeweiligen Verkehrswert der Managementbeteiligung stattgefunden. Die vertraglichen Regelungen enthielten einen „Leaver Scheme.“

Managementbeteiligung als Sonderrechtsverhältnis

Die Kernaussage der BFH: Die kapitalmäßige Beteiligung eines Arbeitnehmers an seinem Arbeitgeber ist als eigenständige Erwerbsgrundlage anzusehen, die in keinem erheblichen Veranlassungszusammenhang zum Arbeitsverhältnis stehe. Der Arbeitnehmer nutze sein Kapital in diesem Fall als eine vom Arbeitsverhältnis unabhängige und eigenständige Erwerbsgrundlage, so dass die laufenden Erträge keinen Arbeitslohn, sondern Einkünfte aus Kapitalvermögen darstellen. Für eine Vielzahl typischer Fälle von Managementbeteiligungen im Private Equity Bereich dürfte die Behandlung als Einkünfte aus Kapitalvermögen die Steuerbelastung auf Erträge aus Managementbeteiligungen deutlich senken.

Praxishinweis

Damit liegen nun klare Kriterien vor, bei deren Vorliegen künftig von einer Besteuerung von Managementbeteiligungen als Einkünfte aus Kapitalvermögen auszugehen sein sollte. Entscheidende Kriterien sind der Erwerb und Verkauf zum Verkehrswert sowie ein effektives Verlustrisiko. Zu begrüßen ist in diesem Kontext auch die ausdrückliche Klarstellung, dass dies unabhängig vom Erwerberkreis der Managementbeteiligung und der Vereinbarung von Leaver Schemes gelten soll.