Digitales Bauen

Nutzen Sie die Vorteile von BIM

Optimierung der Kommunikation durch Smart Contracts?

Building Information Modelling (BIM) bietet ein erhebliches Integrations-, Zeit- und Kostensparpotenzial im Baugewerbe. Über diese Vorteile berichtete Herr Dr. Birtel in der vorherigen Ausgabe unseres Branchen Navigators [ 4825 kb ]. Die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Bauunternehmen finden Sie im Interview mit Herrn Prof. Dr. Oepen. Nachfolgend beleuchten wir die Fragestellung, wie künftig die Kommunkation zwischen den am BIM Beteiligten technisch umgesetzt werden kann. Unsere Überlegungen basieren auf der Projektarbeit unserer Grant Thornton Kollegen aus Spanien.

Definition der Beteiligten und Zugriffsrechte

Ausgangsbasis dieser Arbeit war die Analyse der Interaktion der zahlreichen am Bauprojekt Beteiligten. Zu den Beteiligten zählen unter anderem der (spätere) Eigentümer des Bauwerks, der Bauträger bzw. der Bauunternehmer, der Architekt und Bauingenieure, einzelne Zulieferer und Subunternehmer sowie der (spätere) Betreiber des Bauwerks. Die Kommunikation dieser Beteiligten geht sodann weit über das einfache Teilen eines 3D-Baumodells hinaus. Zahlreiche vertragliche Verbindungen sind so zu integrieren, dass alle Beteiligten mit der für sie notwendigen Information versorgt werden. Wichtig: Es muss klar definiert sein, wer bei welchem (Vertrags-)Element:

  • Änderungen vornehmen darf,
  • Zustimmungen erteilen muss oder verweigern darf,
  • lediglich informiert wird und
  • ggf. auch nicht informiert werden braucht oder darf.

Nutzung von “Smart Contracts”

Für diese Kommunikation und Interaktion kann künftig wohl auf Technologien zurückgegriffen werden, deren Potenzial derzeit noch in der Erkundungsphase steckt. Hierzu zählen Smart Contracts. Dabei bilden Computerprotokolle die Logik von Verträgen nach und führen im Idealfall weitgehenden automatisierten Abwicklung dieser Verträge. In den Smart Contracts werden unter anderem die Namen und Funktionen der jeweils Beteiligten festgelegt, Beschreibungen der zu leistenden Gewerke einfügt, Zeitvorgaben und Kostenziele definiert und Vieles mehr.

Blockchain als technologische Grundlage?

Um zudem eine sichere und kontrollierte Arbeitsumgebung für alle Projektbeteiligten zu schaffen, bietet sich der Rückgriff auf Technologien wie Blockchain an. Blockchain stellt durch eine dezentrale Datenspeicherung die Unveränderlichkeit und Neutralität von Information sicher. Bezogen auf die BIM-Daten wird mit dieser Technologie eine “Echtzeit-Spur” angelegt, mittels derer auch die am BIM-Modell vorgenommenen Änderungen aufgezeichnet werden. Die dadurch erreichte Rückverfolgbarkeit sämtlicher Aktivitäten eines jeden Beteiligten am Modell führt etwa auch dazu, dass bei (immer noch möglichen) Fehlern Verschuldens- und Haftungsfragen oftmals zügig geklärt werden können.