Corporate Social Responsibility

Ein Erfolgsfaktor für Logistikunternehmen

Auch im Bereich Transport und Logistik kommen Unternehmen am Thema Corporate Social Responsibility (CSR) nicht mehr vorbei. CSR steht dabei für die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Es geht darum, dass Firmen freiwillige Zusatzleistungen erbringen und sich damit als guter Partner der Gesellschaft etablieren. Im Logistiksektor sind es zum einen globale Megatrends, die die wachsende Bedeutung von CSR untermauern: So verursacht der Transportsektor rund 14% aller Kohlendioxidemissionen. Die Globalisierung führt zu einem steigenden Wettbewerbsdruck, aber auch zu mehr Emissionen von Treibhausgasen. CSR ist für Unternehmen ein Instrument, auf freiwilliger Basis soziale und ökologische Belange in ihre Tätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit ihren Stakeholdern zu integrieren. Zum anderen gewinnt bei Vergabeprozessen der Nachweis für nachhaltiges Wirtshaften als Entscheidungskriterium immer mehr an Bedeutung. Gute Gründe also, um sich mit dem Thema CSR zu beschäftigen. Dr. Alexander Hufnagl, Geschäftsführer des Mobilitätsdienstleisters DKV Euro Service, erläutert im Interview, wie sein Unternehmen sich dieser Herausforderung stellt.

Herr Dr. Hufnagl, Sie sind beim Thema CSR derzeit stark engagiert. Wie kam es dazu?

Dr. Hufnagl: Wir können unsere Kunden nur dann zum nachhaltigen Wirtschaften motivieren, wenn wir diesbezüglich selbst eine Vorreiterrolle einnehmen. Deshalb haben wir unsere CSR-Aktivitäten intensiviert und das Thema Nachhaltigkeit sogar in unsere Unternehmensmission und -vision aufgenommen. Darauf aufbauend haben wir klare Handlungsfelder definiert: Markt, Umwelt, Mitarbeiter und Gesellschaft. Um uns hier kontinuierlich zu verbessern, legen wir seit diesem Jahr einen CSR-Report vor, der auf unserer Website heruntergeladen werden kann.

Sie haben die CO₂-Emissionen im Jahr 2015 um beeindruckende 45 Prozent senken können. Wie haben Sie das geschafft?

Dr. Hufnagl: Zurückzuführen ist das unter anderem auf den Einsatz der CO₂-Kompensationskarte DKV CARD CLIMATE in allen Firmenfahrzeugen. Die Karte ist inzwischen übrigens auch bei unseren Kunden in ganz Europa beliebt. Pro Liter wird ein zusätzlicher Betrag in zertifizierte Klimaschutzprojekte, wie Biomassekocher in China, Solarkocher in Madagaskar oder Windkraftanlagen in der Türkei, investiert. Insgesamt haben wir weniger Papier und Drucksachen verbraucht, weil wir Anfang 2015 europaweit auf elektronischen Rechnungsversand umgestellt haben. Außerdem sind wir beim Thema EETS-Box – eine europaweit einsetzbare Mautbox für satellitengestützte und auf Mikrowellentechnik basierende Mauten – ganz vorn mit dabei. Diese deckt bereits heute fünf Länder ab. Anfang 2018 möchten wir eine Mautbox anbieten, die bis zu neun Länder erfasst.

Wie würden Sie Ihr soziales Engagement beschreiben?

Dr. Hufnagl: Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere gesellschaftliche Verantwortung über Unternehmensgrenzen hinausgehen muss. Deshalb unterstützen wir soziale Einrichtungen, wie Flüchtlingsheime, Kinderheime und Tafeln mit regelmäßigen Spenden und sind langjähriges Fördermitglied von „DocStop für Europäer e. V.“, einem Verein für die medizinische Unterwegsversorgung von Fernfahrern. Unsere Gesellschafterfamilie bietet unseren Mitarbeitern außerdem mit der Fischer Stiftung die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, Ideen einzureichen und soziale Projekte zu unterstützen. Seit 2010 haben dadurch Kindergärten, Schulen, soziale Einrichtungen und Sportvereine Fördergelder in Höhe von 100.000 Euro erhalten.

Wie schätzen Sie die Bedeutung von CSR für die Logistikbranche ein?

Dr. Hufnagl: Der Nachweis für nachhaltiges Wirtschaften gewinnt bei Ausschreibungen zunehmend an Bedeutung. Das registrieren wir vor allem in der Verladerszene. Auch wir werden immer häufiger damit konfrontiert: bei Ausschreibungen im öffentlichen Dienst oder von Unternehmen mit einer konsequenten Nachhaltigkeitsstrategie. Wer hier erfolgreich sein will, muss beim Thema Nachhaltigkeit gut aufgestellt sein sowie entsprechende Produkte und Services anbieten.

Wie geht es weiter? Was plant der DKV in puncto Nachhaltigkeit für die Zukunft?

Dr. Hufnagl: Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt und das Thema Nachhaltigkeit in unsere Unternehmensstrategie aufgenommen. Zum Beispiel wollen wir weiterhin gegenüber 2015 unsere CO₂-Emissionen um 10% Prozent jährlich senken. Zusätzlich streben wir ISO-Zertifizierungen für unser Qualitäts- und Umweltmanagement an. Beim branchenübergreifenden Wettbewerb "Great Place to work" wollen wir bis 2020 unter den Top 100 sein. Außerdem bereiten wir den Einsatz recycelbarer Tankkarten und On-Board-Units vor. Ein weiterer Meilenstein wird sein, dass wir ab dem kommenden Jahr ein nachhaltiges Lieferantenmanagement aufsetzen werden. Um für diese Zielsetzungen die Voraussetzungen zu schaffen, habe ich das Thema Nachhaltigkeit bei uns zur Chefsache erklärt.