Veräußerung eines Teils eines Mitunternehmeranteils

Keine erweiterte Grundbesitzkürzung

Dr. Thomas Wagner Dr. Thomas Wagner

Die erweiterte Grundbesitzkürzung umfasst zwar nach ganz herrschender Auffassung auch die Gewinne aus der Veräußerung von Grundbesitz (unter Beachtung bestimmter Restriktionen wie dem zeitlichen Ausschließlichkeitsgebot). Gewinne aus der Veräußerung oder Aufgabe von Mitunternehmeranteilen sind – sofern überhaupt gewerbesteuerbar – jedoch wegen der Ausschlussklausel nach § 9 Nummer 1 Satz 6 GewStG nicht erfasst.

Der BFH hatte bereits in 2014 (Urteil vom 18.12.2014 – IV R 22/12) für den Fall der Veräußerung des gesamten Mitunternehmeranteils entschieden, dass dieser Ausschluss dem Sinn und Zweck des § 9 Nummer 1 Satz 2 GewStG nach auch bereits vor der Einführung des § 9 Nummer 1 Satz 6 GewStG galt. In einem weiteren Urteil des BFH vom 8.12.2016 (IV R 14/13) wurde nun klargestellt, dass dieselben Erwägungen auch für die Veräußerung nur eines Teils eines Mitunternehmeranteils gelten. Auch die Veräußerung eines Teils eines Mitunternehmeranteils fällt daher nicht unter die erweiterte Grundbesitzkürzung.

Zurück zur Übersicht