Investieren in Ostafrika

Gelungenes Round-Table-Gespräch in Hamburg

Cornelia von Oertzen Cornelia von Oertzen

Wie kann der Einstieg in die Region Ostafrika gelingen? Wie lassen sich Fehler vermeiden? Wie finde ich geeignete Business-Partner? Um diese und andere Fragen ging es auf einer Gemeinschaftsveranstaltung vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Handelskammer Hamburg am 16. Oktober 2018 in Hamburg.

Das Round-Table-Gespräch bot interessierten Unternehmern die Möglichkeit, sich über die Initiative „Perspektiven schaffen: Wirtschaft für Entwicklung. Ostafrika“ zu informieren, ein Angebot, das deutsche Firmen beim Einstieg auf dem afrikanischen Kontinent unterstützt. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt vom Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Auch Warth & Klein Grant Thornton engagiert sich für diese Initiative. Cornelia von Oertzen, Partner unseres Hauses, konnte rund 40 Gäste in den Räumlichkeiten der Handelskammer Hamburg begrüßen. Michael Verhasselt, Leiter Business Development bei Warth & Klein Grant Thornton, führte als Moderator durch den Tag.

Hintergrund: Mit hohen Wachstumsraten bietet die EAC-Region mit den Staaten Burundi, Kenia, Ruanda, Süd-Sudan, Tansania und Uganda ausländischen Investoren derzeit ausgezeichnete Perspektiven. Weitere Pluspunkte sind eine junge Bevölkerung, eine deutlich wachsende Mittelschicht sowie eine große Innovationsbereitschaft. Trotz dieser günstigen Rahmenbedingungen engagieren sich bislang allerdings erst rund 180 deutsche Unternehmen auf dem dortigen Markt.

Das Problem: Es fehlt an Hintergrundwissen, konkreten Erfahrungen und geeigneten Partnern. Gut zu wissen: Das Gemeinschaftsprojekt „Perspektiven schaffen: Wirtschaft für Entwicklung. Ostafrika“ von BDI, BMZ und GIZ macht deutsche Unternehmen fit für das Afrikageschäft, etwa durch Managementcoachings, Unterstützung beim Zugang zu Finanzierungsquellen und dem Aufbau von Kontaktnetzwerken.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen eine ausführliche Vorstellung dieser Initiative sowie Erfahrungen deutscher Unternehmen, die bereits erfolgreich in der Region aktiv sind.

In seinem spannenden Vortrag beleuchtete Tom Pause, Managing Partner E&P Fokus Afrika Consulting GmbH, die Chancen und Risiken des Afrika Geschäfts. Seine fundierten Erfahrungen in der Beratung von Unternehmen die in Afrika investieren wollen, gaben einen vertieften Einblick. Warum sich deutsche Unternehmen in dem Projekt engagieren sollten, zeigten anschließend Dr. Axel Klaphake(Leiter der Abteilung Wirtschaft, Soziales, Digitalisierung bei der GIZ) und Anne Lauenroth (Beraterin für das Projekt im BDI) auf: Sie unterstützen deutsche Firmen dabei, passgenaue Partner zu finden, Kontakte zu knüpfen und gemeinsam mit ostafrikanischen Firmen neue Geschäftsideen zu verwirklichen. Dabei findet eine kontinuierliche Begleitung von Projetteams in Deutschland und vor Ort statt.“

Intensive Diskussion

Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich eine lebendige Diskussion mit einer breiten Themenpalette. Dabei wurde deutlich, dass einige norddeutsche Unternehmen sich in Afrika schon seit Jahren erfolgreich engagieren. Die großenteils sehr junge Bevölkerung Afrikas ist hochmotiviert, ihr Wissen zu erweitern und Expertise zu erlangen, die sie vor Ort in ihrem jeweiligen Land umsetzen können und wollen. Dabei sind Mentoren ebenso gefragt, die Know how in die jeweiligen Länder tragen, wie auch Ausbildungsmöglichkeiten für afrikanische Studenten und Lehrlinge in Ausbildungsberufen in Deutschland. Ein Teilnehmer: „Wer Risiko vollständig vermeiden will, sollte nicht nach Afrika gehen. Wer aber Zeit mitbringt und sich ernsthaft um sein Projekt kümmert, hat in Afrika sehr gute Erfolgschancen.

Fazit

Cornelia von Oertzen zeigte sich begeistert von dem Event: „Wir haben tolle Vorträge erlebt und wertvolle Denkanstöße mitgenommen. Die Veranstaltung hat einen unverhofft tiefen Einblick in die Länder, Wirtschaft, Politik und Menschen in der Region Ostafrika vermittelt. Insbesondere S.E. I. César, Botschafter Ruandas in Deutschland, konnte auf lebendige und instruktive Weise veranschaulichen, dass Afrika vielfältige Chancen offeriert, die wir bisher nicht nutzen. Die junge Bevölkerung ist aufgeschlossen für die Verbesserung der Lebensumstände, flexibel und bereit, die Potenziale der Modernisierung und der Digitalisierung umzusetzen. Auf jeden Fall ist es den Referenten gelungen, den Teilnehmern einen besseren Blick auf die Länder Ostafrikas zu eröffnen und die Neugier zu wecken.“

Das abschließende Mittagessen nutzten die Gäste ausgiebig zum Networking und zum Austausch mit den Referenten.