Der Fachausschuss für Unternehmensbewertung und Betriebswirtschaft des IDW („FAUB“) veröffentlicht Empfehlungen zur Höhe der erwarteten Marktrisikoprämie. In seiner Sitzung am 22. Oktober 2019 hat der FAUB beschlossen seine Empfehlung für die Marktrisikoprämie auf eine Bandbreite von 6,0 % bis 8,0 % vor persönlichen Steuern bzw. 5,0 % bis 6,5 % nach persönlichen Steuern anzuheben. Diese Empfehlung gilt bis heute unverändert.

Anlass der veränderten Empfehlung ist die bislang einmalige Situation, dass die Zinsstrukturkurve deutscher Staatsanleihen nahezu über die gesamte Laufzeit von 30 Jahren im negativen Bereich verläuft. Der daraus abgeleitete und in der Unternehmensbewertung als Schätzung für den risikolosen Zinssatz verwendete barwertäquivalente Zinssatz beträgt damit erstmals faktisch null Prozent und droht in absehbarer Zeit negativ zu werden.

Zu den Hintergründen der Empfehlungen des FAUB im Niedrigzinsumfeld wurde der Beitrag „Die Marktrisikoprämie im Niedrigzinsumfeld“ (WPg 13.2018, S. 806) ) veröffentlicht, den unser Partner, Herr Prof. Dr. Martin Jonas, mitverfasst hat. In dem Beitrag wird insbesondere deutlich gemacht, dass der FAUB bei der Messung der Marktrisikoprämie einen pluralistischen Ansatz verfolgt, um eine möglichst breite Perspektive einzunehmen. Die vom FAUB verfolgten Ansätze sind ex-post-Analysen historischer Realrenditen, ex-ante-Analysen impliziter Kapitalkosten sowie das CAPM ohne risikofreie Kreditaufnahme. Den letztgenannten Ansatz hat Herr Prof. Dr. Jonas bereits im Jahr 2014 in einem Beitrag zu der Festschrift für Professor Dr. Dr. h.c. Ballwieser (Rechnungslegung, Prüfung und Unternehmensbewertung, ISBN 978-3-7992-6720-5) vorgestellt.