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International Business Report

Deutsche Unternehmen vertrauen Europa

Michael Häger Michael Häger

Düsseldorf, 31. Mai 2017

Führungskräfte glauben nicht an existenzielle Bedrohung der Union
Populistische Politik gewinnt für die europäische Wirtschaft an Bedeutung

Deutsche Unternehmen vertrauen unerschütterlich auf eine gute Zukunft für Europa sowie auf ein solides Wirtschaftswachstum in der Eurozone.

Dies ist das Ergebnis des IBR-International Business Report der führenden internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton, für den 2.400 Unternehmen in 36 Ländern weltweit befragt wurden.

94,7 % der befragten deutschen Unternehmen sind demnach für den Verbleib in der Eurozone und nur 2,7 % für den Ausstieg.

Diese Bild entspricht weitgehend auch der Haltung der übrigen befragten Unternehmen in der Eurozone, die sich mit 92,1 % für den Verbleib in der EU ausgesprochen haben.

Sorge über wachsenden Populismus nimmt deutlich zu

In die optimistische Stimmung mischen sich aber auch kritische Töne.
Als deutlich beunruhigend empfinden 20,3 % der befragten Manager in Europa den Aufstieg populistischer Parteien.

Deutschland mit 32 %, Irland mit 44 %, Finnland mit 28 % und die Niederlande mit 26 % zeigen sich hier besonders besorgt.

Grafik_Joachim Riese-WKGT_IBR Studie - Deutsche Unternehmen vertrauen auf Europa

Joachim Riese, CEO der Warth & Klein Grant Thornton AG, ist deshalb nur verhalten optimistisch: „Die Wahlergebnisse in Österreich, den Niederlanden und Frankreich haben das Vertrauen in ein gemeinsames Europa zweifellos wieder verstärkt.
Allerdings sehen die Führungskräfte in dem wachsenden Zuspruch zu rechtspopulistischen Parteien in vielen EU-Ländern politische Risiken mit möglichem negativem Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa. Auch wenn diese Tendenzen bislang noch keinen messbaren negativen Einfluss auf den Geschäftsoptimismus Index haben.“

Dieser liegt in der Eurozone mit 43 % auf dem höchsten Niveau seit fast zwei Jahren.
In Deutschland steht der Optimismus Index sogar bei 72 %, besonders getrieben von hohen Erwartungen an die weitere Exportstärke mit 35 %, dem höchsten Wert in der Eurozone.

Keine Europaangst durch den Brexit

Auch die Entscheidung der Briten für den Brexit hat bei Unternehmen nicht zu einer Europaangst geführt: Lediglich 7,8 % der befragten Führungskräfte in Europa und nur 2,7 % der deutschen Führungskräfte befürchten Auflösungserscheinungen der EU durch den Austritt Großbritanniens.

32 % der deutschen Unternehmen erwarten keine Veränderungen in der EU nach dem Vollzug des Brexit. Dagegen prognostizieren 42,7 %, dass der Brexit zu einem zweistufigen EU-Mitgliedschaftsmodell führen wird. In der Eurozone teilen immerhin noch 38,4 % diese Auffassung.

Ökonomische Integration vorantreiben

Eine weitere ökonomische Integration der EU-Mitgliedsländer unterstützen 62,8 % der Unternehmen in der Eurozone, die deutschen Unternehmen liegen mit 66,7 % leicht darüber.

Ein Indiz für diese Haltung, ist der Wunsch nach einer einheitlichen europäischen Körperschaftsteuer, für die sich 53,4 % der Befragten aussprechen.

Die deutschen Unternehmen sind hier deutlich zurückhaltender, lediglich 41,3 % sprechen sich dafür aus. Befürworter einer einheitlichen Regelung sind weiterhin Italien mit 70 %, Frankreich mit 64 % und Spanien mit 66,3 %.

Gleichwohl ist die Meinung der Unternehmen dazu in den einzelnen EU-Mitgliedsländer uneinheitlich: So sind zum Beispiel die befragten Unternehmen in Irland mit 94 % deutlich gegen eine europäisch einheitliche Regelung, was keine besondere Überraschung darstellt.

Ansonsten sind primär wirtschaftlich weniger entwickelte Länder wie Estland mit 78 % oder Litauen mit 64 % dagegen. Verwundern kann die Haltung der niederländischen Unternehmen, die sich mit 66 % ebenfalls deutlich für eine nationale Lösung aussprechen.

 

Über Warth & Klein Grant Thornton
Warth & Klein Grant Thornton gehört zu den zehn größten deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen an zehn Standorten in Deutschland neben börsennotierten Unternehmen den großen Mittelstand. Schwerpunkte der Arbeit der Gesellschaft sind Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Corporate Finance & Advisory Services. Die Gesellschaft berät weltweit im Netzwerk von Grant Thornton mit rund 47.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehr als 700 Standorten in über 130 Ländern.

Über den IBR
Der „IBR-International Business Report“ von Warth & Klein Grant Thornton befragt mittelständische Unternehmen aus allen Branchen und Industriezweigen. Die Daten für die aktuelle Veröffentlichung basieren auf Interviews mit 2.400 Vorstandsvorsitzenden, Geschäftsführern oder anderen Führungskräften aus 36 Volkswirtschaften weltweit.

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen:
Karl-Heinz Heuser
T + 49 221 397 503-50
E kh.heuser@heuser-kommunikation.de
für Warth & Klein Grant Thornton