Energieintensive Unternehmen

EEG: Jetzt die „Besondere Ausgleichsregelung“ sichern!

Stefan Sinne Stefan Sinne

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen könnte von einem strategischen Kostenblock, der 17 Prozent oder mehr seiner Bruttowertschöpfung ausmacht, bis zu 50 Prozent einsparen. In Zahlen ergibt sich bei einem potenziellen Verbrauch von 20 Gigawattstunden Strom eine mögliche Einsparung von rund einer Million Euro. Diese attraktive Möglichkeit enthält das Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz EEG), das für stromintensive Unternehmen bestimmter Branchen eine besondere Ausgleichsregelung vorsieht.

Diese Ausgleichsregelung soll verhindern, dass bestimmte Unternehmen in Märkten mit geringen Margen eine im Vergleich zur internationalen Konkurrenz zu hohe Abgabenlast tragen müssen und ihr Überleben und somit die Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr geraten. Das Gesetz wurde im Herbst 2014 überarbeitet und zur Abgabefrist 2015 um Regeln zur Auslegung und Anwendbarkeit ergänzt. Zum 30. Juni 2016 endet die diesjährige Abgabefrist.

Die zu erfüllenden Bedingungen werden einerseits immer komplexer, die Anforderungen an beizufügende Unterlagen immer strenger. Andererseits wurden die Voraussetzungen aber nicht nur verschärft, sondern auch erweitert: In 2015 kam auf Drängen der Verbände und nach Genehmigung durch die EU der Wirtschaftszweig der Schmieden wieder auf die Liste der antragsberechtigten Unternehmen.

Das EEG sieht auch selbständige Unternehmensteile einer juristischen Einheit als antragsberechtigt an, nicht nur Gesamtunternehmen. Allerdings sind die Auflagen zur Darlegung der Bruttowertschöpfung sowie der Struktur des Unternehmensteils deutlich komplexer und müssen von einem Wirtschaftsprüfer nach handelsrechtlichen Vorgaben testiert werden, vor allem bei verflochtenen Produktionen kann es hier bis an die Berechtigungsgrenze gehen.

Angesichts des möglichen „Return on invest“, der für stromintensive Unternehmen bis zu 50 Prozent seiner Stromkosten ausmachen kann, lohnt sich aber gerade hier eine genaue Analyse und eventuell auch eine mittelfristige Neuausrichtung des Unternehmens. Meistens ist sie sogar unabdingbar, denn wenn ein Wettbewerber die EEG-Ermäßigung erwirkt hat, kann er mit deutlich niedrigeren Preisen agieren. In Branchen mit stark umkämpften Absatzmärkten muss man sich in diesem Fall zusätzlich zu der internationalen Konkurrenz, die von Lohnkostenvorteilen profitiert, auch noch gegen deutsche Wettbewerber behaupten, die wesentlich geringere Herstellkosten haben.

Praxishinweis

Auch wenn der Antrag für Ihr Unternehmen bislang erfolglos war oder wenn Sie bislang diesem keine Erfolgsaussichten beigemessen haben: Unsere Spezialisten können oft schon nach kurzer Analyse beurteilen, ob sich ein erneuter Antrag lohnt bzw. welche Schritte kurz-, mittel- oder langfristig für einen erfolgreichen Antrag erforderlich sind. Sprechen Sie uns an!