Krisenmanagement

Maßnahmen zur Business Continuity as „the show must go on”

Rainer Wilts Rainer Wilts

Unternehmen müssen den Spagat meistern, den Wertschöpfungsprozess möglichst aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Gesundheit der Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten und deren Familien zu wahren. Bei der Bewältigung der andauernden Corona-Krise gibt es eine Reihe von Schlüsselfragen, über die Unternehmenslenker im Moment nachdenken sollten. Die Verunsicherung ist groß und sofortige Maßnahmen sind erforderlich, die sich in folgende zentrale Handlungsfelder aufteilen lassen:

Sicherheit für die Mitarbeiter / Krisenmanagement zur Beruhigung

Die Gewährleistung der Sicherheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz hat aktuell oberste Priorität. Gerade in der aktuellen Situation suchen die Menschen bei ihrem Arbeitgeber nach Orientierung und Führung. Wenn man ihre Bedenken offen und transparent anspricht, kann man sie in hohem Maße einbinden und dadurch die Kontinuität des Unternehmens sichern. Eine weitere Anpassung, die Unternehmen vornehmen müssen, ist die Einführung oder Ausweitung flexibler Arbeitsregelungen und anderer Maßnahmen, die es ihren Mitarbeitern ermöglichen, extern und damit sicher zu arbeiten. Konkrete arbeitsrechtliche Fragen beantworten Ihnen unsere Experten gerne.

Sicherstellung der "Remote"-Steuerung des Unternehmens

Um Geschäftsprozesse aus dem Home Office steuern zu können, ist eine entsprechende Infrastruktur unabdingbar. Damit der Arbeitsplatz auch zuhause funktioniert, kann eine direkte Verbindung der Arbeitslaptops mit dem Firmennetzwerk über eine VPN-Verbindung oder über eine zentral gesteuerte Cloud-Landschaft mit virtuellen Arbeitsplätzen genutzt werden. Darüber hinaus ist die Implementierung geeigneter Instrumente für das kollaborative Arbeiten zwingend notwendig, um die Kommunikation intern wie extern stets aufrecht zu erhalten. Hier bieten sich vor allem Tools wie Skype oder MS Teams an. Auf diese Weise wird die Zusammenarbeit im Unternehmen sowie mit Geschäftspartnern und Kunden verbessert, da Informationen und Zugänge schneller und direkter geteilt werden können. Warth & Klein Grant Thornton berät seine Mandanten gerne in der technischen Ausgestaltung entsprechender Infrastruktur.

Liquiditätssicherung

Dem Instrument der kurzfristigen Liquiditätsplanung und -steuerung kommt in den aktuellen Krisenzeiten eine enorme Bedeutung zu. Planerisch scheinen die Schwierigkeiten schon bei einer kurzfristigen Prognose unüberwindbar, da vermutlich in keiner Branche die Auswirkungen und Folgen des Corona-Virus verlässlich abschätzbar sind. Entsprechend liegt der Fokus vieler Unternehmen gerade auf der Erarbeitung und Umsetzung kurzfristiger Steuerungsmaßnahmen, um schnell Liquidität zu sichern und zu schaffen. Zwar werden hier hoffentlich auch die beschlossenen Maßnahmen der Regierung bzw. der Länder helfen, Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen durch öffentliche Bürgschaften abzusichern. Gleichwohl dürfte der hier, wenn auch vergleichsweise geringe, aber weiterhin notwendige Eigenengagement-Anteil der (Haus-)Banken (lesen Sie dazu auch den Beitrag über Liquidität in Zeiten von Corona) dazu führen, dass die aktuell extrem hohe Unsicherheit die Entscheidungsprozesse verlangsamt bzw. sehr kurzfristig Engpässe zunächst selbst zu überbrücken sind. Auch Eigenoptimierung von Kunden, Stützungsbedarfe von Lieferanten oder fehlenden Abnahmen / Abrufen dürften schnell über ein höheres Working Capital zu einem höheren Finanzierungsbedarf führen.

Das eigene Working Capital bietet hier – neben einer dezidierten und objektivierten Analyse der Kostenbasis – einen guten Ansatzpunkt, um schnell, unabhängig und effizient Liquiditätspotenziale freizusetzen. Überprüfen Sie daher den eigenen Vorratsbestand auf unnötigen Ballast oder „alte Schätze“. Verfolgen Sie Bestandsmengen genau, um unnötige Bestellungen oder Produktionsmengen zu vermeiden. Koordinieren Sie verstärkt Einkauf, Planung und Vertrieb und schaffen Sie ein erhöhtes Krisenbewusstsein im Unternehmen. Auf Lieferantenseite bietet es sich an, im Kreditorenmanagement Vorauszahlungen und Frühzahlungen noch einmal kritisch zu hinterfragen und bezogen auf die Wichtigkeit einzelner Lieferanten zu würdigen. Auf Kundenseite lässt sich abseits rechtzeitiger und frühestmöglicher zulässiger Rechnungsstellung kaum absehen, welche eigenen Maßnahmen hier zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen helfen können. Aufgrund der für alle Parteien unerwartet und unverschuldet eingetretenen Krise dürfte es hier vielmehr auf eine partnerschaftlich abgestimmte und konstruktive Zusammenarbeit mit Blick auf die Zukunft ankommen. Wichtig ist unseres Erachtens bei all diesen Maßnahmen aber, Notfallpläne oder Betriebs- bzw. Lieferantenkettenunterbrechungen in der taktischen Unternehmenssteuerung nicht aus dem Blick zu verlieren!

Klar ist: Der Shutdown führt zu erheblichen finanziellen Engpässen und damit zu einem rasch notwendigen Handlungsbedarf. Neben den Angeboten der Politik und Banken bestehen theoretisch eine Vielzahl von Instrumenten für eine kurzfristige Working Capital Finanzierung (Kontokorrent, Factoring, Reverse Factoring, Borrowing Base-Kredite und andere) als ein Baustein zur Deckung des strukturellen Finanzierungsbedarfs des Unternehmens. Da der Zugang zu diesen externen Lösungen kurzfristig schwierig sein dürfte, sollten Sie interne Spielräume ausnutzen. Gerne unterstützen wir Sie dabei und zeigen nicht nur kurzfristige Quick Wins auf. Aber auch, wenn es für Ihre Liquiditätssicherung um Themen wie Krisenbewältigungsfonds, Kurzarbeit, Steuerstundungen oder rechtliche Fragestellungen rund um Vertragsverhältnisse geht: Wir haben die Experten, um Sie umfassend und aus allen Perspektiven heraus beraten zu können. Mittelfristig wird es dann spannend sein zu sehen, ob die Coronavirus-Krise zu einer Neuordnung der Lieferketten im Sinne einer stärkeren Lokalisierung führt und lineare Geschäftsmodelle verstärkt hinterfragt werden.

Abstimmung und Gespräche mit den Lieferanten und Kunden

Eine klare, transparente und rechtzeitige Kommunikation ist notwendig, um Liquidationsengpässe zu überwinden und vor allem die Produktion aufrecht zu halten. Damit soll die kontinuierliche Unterstützung von Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten, Gläubigern, Investoren und Aufsichtsbehörden in dieser Krise sichergestellt werden.

Langfristige Automatisierung von Tätigkeiten durch Technologie

Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig funktionierende (Standard-)Prozesse im Unternehmen sind. Durch den Einsatz von (Software-)Robotern werden die überlebenswichtigen Back-Office-Funktionen, wie Personalabrechnungen, Mahnwesen, Einkauf oder Kreditorenbuchhaltung, jederzeit autonom ausgeführt. Ihre Mitarbeiter können von zuhause aus die Ergebnisse der Roboter kontrollieren und haben vor allem Kapazitäten, um flexibel auf die aktuelle Situation zu reagieren. Die Lösungen lassen sich zudem schnell umsetzen und bedürfen keiner umfangreichen Projektmanagementkapazität Ihrerseits.

Wir stellen Ihnen unsere Lösungen gerne virtuell vor und beraten sowie entwickeln diese auch per Remoteverbindung.

Ihre Ansprechpartner

Rainer Wilts
Partner / GB-Leiter Advisory
T: +49 211 9524 8123
E: rainer.wilts@wkgt.com

Dr. Dominique Hoffmann
Partner Digital Advisory
T: +49 211 9524 8622
E: dominique.hoffmann@wkgt.com

 

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