Der Beitrag wurde verfasst von Marc Häußler, Senior Manager im Geschäftsbereich Advisory bei Warth & Klein Grant Thornton.

Die andauernde Corona-Pandemie kann sich maßgeblich auf das Vermögen von Privatpersonen und Unternehmen auswirken. Unternehmen einiger Branchen sind besonders hart getroffen, andere profitieren hingegen von den gegenwärtigen Entwicklungen. Die sich zu Teilen hieraus auch langfristig ergebenden Implikationen können einen wesentlichen Effekt auf die Bewertung eines Unternehmens haben und beeinflussen somit auch maßgeblich Entscheidungen zur Unternehmensnachfolge und die in diesem Kontext zu ermittelnden steuerlichen Konsequenzen im Rahmen von Schenkungen und Erbschaften. Nur durch eine adäquate Planung der Unternehmensnachfolge und der damit verbundenen Bewertung des zu übertragenden Vermögens können Steuerbefreiungen oder die mögliche Steuerbelastung angemessen eingeschätzt werden.

Zur Ermittlung des Unternehmenswertes für steuerliche Zwecke gilt es, eine anerkannte und übliche Methode zugrunde zu legen. Diese Methoden nehmen jeweils unterschiedliche Sichtweisen ein. Bei den Zahlungsstrom-basierten Verfahren wird zwischen der vergangenheitsorientierten Sicht des vereinfachten Ertragswertverfahrens sowie der zukunftsorientierten Perspektive im Rahmen der Zukunftserfolgswertverfahren nach dem Bewertungsstandard IDW S1 unterschieden. Weiterhin gilt ein nach den steuerlichen Maßstäben zu ermittelnder Substanzwert als Wertuntergrenze. Im Kontext dieser Verfahren wirken sich die Ereignisse der Corona-Pandemie auch unterschiedlich auf den Wert des Unternehmens aus.

So kann beispielsweise für Unternehmen, deren Ertragsaussichten sich durch die Corona-Pandemie verbessert haben, die Anwendung des vereinfachten Ertragswertverfahrens, das auf Vergangenheitszahlen aufbaut, zu niedrigeren steuerlichen Unternehmenswerten führen als eine zukunftsgerichtete Bewertung nach dem Bewertungsstandard IDW S1. Umgekehrt kann bei Unternehmen mit zukünftig niedrigeren Ertragsaussichten, eine in die Zukunft gerichtete Bewertung nach IDW S1 im Vergleich zum vergangenheitsorientieren vereinfachten Ertragswertverfahren zu niedrigeren Unternehmenswerten führen. 

Die im Weiteren vorzunehmende Analyse zur erbschaftsteuerlichen Verschonung des Betriebsvermögens hängt unter anderem von dem sogenannten schädlichen Verwaltungsvermögen und dessen Relation im Verhältnis zum Unternehmenswert ab. Hohes Verwaltungsvermögen kann sich dabei negativ auf die steuerliche Verschonung auswirken. Negative Einflüsse durch die Corona-Pandemie auf das schädliche Verwaltungsvermögen wie beispielsweise Wertpapiere und Forderungen können sich reduzierend auswirken, so dass sogar in der Konsequenz Betriebsvermögen begünstigt übertragen werden kann.

Welches Bewertungsverfahren für Sie und den konkreten steuerlichen Anlass passend ist erörtern wir gerne gemeinsam mit Ihnen und unterstützen Sie gerne auch bereits im Vorfeld bei der Abstimmung mit der Finanzverwaltung zur Vermeidung nachgelagerter Streitigkeiten.

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