Kurz und wichtig

Verlustrücktrag trotz Beteiligungserwerbs zulässig

Die Vorschrift des § 8c Körperschaftsteuergesetz (KStG) schränkt die Möglichkeit eines Verlustrücktrags nicht ein, wie das Finanzgericht Münster entschieden hat (Aktenzeichen 9 K 2794/15 K, F). Im Streitfall übertrug eine Gesellschafterin 2013 ihre Beteiligung an der Klägerin, einer GmbH, in Höhe von 50% auf die beiden anderen Gesellschafter. Der Klägerin entstand im Jahr 2013 ein Verlust, den sie in das Jahr 2012 zurücktragen wollte. Das Finanzamt vertrat unter Berufung auf das einschlägige BMF-Schreiben die Auffassung, dass infolge der Anteilsübertragung der Verlust des Jahres 2013 gemäß § 8c Absatz 1 KStG nur anteilig zurückgetragen werden könne.

Die hiergegen erhobene Klage hatte Erfolg. Gegen die Finanzverwaltung ließ das Gericht den Verlustrücktrag in vollem Umfang zu. § 8c Absatz 1 KStG wolle verhindern, dass früher entstandene Verluste durch einen Beteiligungserwerb wirtschaftlich übertragen und durch personell veränderte Gesellschaften genutzt werden könnten. Bei einem Verlustrücktrag liege eine solche personelle Veränderung nicht vor, denn wirtschaftlich nutzten nur diejenigen Anteilseigner den Verlust, die ihn während ihrer Beteiligungszeit auch erwirtschaftet hätten. Die Revision wurde zugelassen.