Kapitalgesellschaften

Stellungnahme zum Fehlerbegriff bei der Organschaft

Markus Suchanek Markus Suchanek

Die ertragsteuerliche Organschaft ist auch nach der Gesetzesreform mit zahlreichen Zweifelsfragen behaftet, die immer wieder zu Diskussionen zwischen Unternehmen und Finanzverwaltung führen. Zu Anwendungsfragen bezüglich der Durchführungsfiktion nach§ 14 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Satz 4 KStG hat das Finanzministerium Schleswig-Holstein Stellung genommen. Danach liegt ein fehlerhafter Bilanzansatz generell bei jeglicher Art von Fehler unabhängig davon vor, ob dieser gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung verstößt. Dies bestimmt sich zunächst allein nach objektiven Gesichtspunkten. Für die Anwendung der Durchführungsfiktion ist sodann aber an den subjektiven Fehlerbegriff anzuknüpfen, da es sich um einen Fehler handeln muss, der bei Erstellung des Jahresabschlusses unter Anwendung der erforderlichen Sorgfalt nicht hätte erkannt werden müssen. Die zeitnahe Korrektur der fehlerhaften Bilanzansätze in der Handelsbilanz sollte in laufender Rechnung erfolgen. Die Korrekturpflicht entfällt auch dann nicht ohne Weiteres, wenn zwischen Finanzverwaltung und Steuerpflichtigem umstritten ist, ob eine Fehlerkorrektur erfolgen muss, und der Jahresabschlussprüfer bestätigt, dass er eine handelsbilanzielle Korrektur für nicht erforderlich hält.

Praxishinweis

Gerne erörtern wir gemeinsam mit Ihnen, was bei der Korrektur von fehlerhaften Bilanzansätzen im Rahmen von Gewinnabführungsverträgen zu beachten ist. Weitere vertiefende Ausführungen zum Thema finden Sie auch im aktuellen Aufsatz unserer Experten Markus Suchanek und Wolfgang Klopsch in der GmbH-Rundschau, Ausgabe 10/2016, Seiten 524ff.

Alle Fragen rund um die ertragsteuerliche Organschaft beantwortet Ihnen Markus Suchanek.