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Harald Müller Harald Müller

Häusliches Arbeitszimmer: Personenbezogene Ermittlung

Nutzen mehrere Steuerpflichtige ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, ist die Höchstbetragsgrenze von 1.250 Euro personenbezogen anzuwenden, sodass jeder von ihnen seine Ausgaben hierfür bis zu dieser Obergrenze Einkünfte mindernd geltend machen kann. Das hat der BFH entschieden und dabei seine Rechtsprechung zugunsten der Steuerpflichtigen geändert. Bislang waren die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer unabhängig von der Zahl der Nutzer auf 1.250 Euro begrenzt. Nunmehr kann der Höchstbetrag von jedem Steuerpflichtigen in voller Höhe in Anspruch genommen werden, der das Arbeitszimmer nutzt, sofern in seiner Person die entsprechenden Voraussetzungen des Einkommensteuergesetzes erfüllt sind.

Doppelte Haushaltsführung: Einrichtung der Wohnung unbegrenzt abziehbar

Arbeitnehmer können die Kosten für die notwendige Einrichtung der Wohnung im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung unbegrenzt steuerlich geltend machen. Das hat das Finanzgericht Düsseldorf gegen die Finanzverwaltung klargestellt. Die Begründung des Gerichts: Dem Wortlaut des Gesetzes lasse sich keine Begrenzung des Abzugs von Ausgaben für Einrichtungsgegenstände und notwendigen Hausrat entnehmen. Gesetzgeberisches Ziel der Neuregelung sei es, nur die Kosten für die Unterkunft auf 1.000 Euro monatlich zu begrenzen, nicht hingegen sonstige notwendige Aufwendungen.

Geerbter Pflichtteilsanspruch ist erbschaftsteuerpflichtig

Schlechte Nachricht für Erben: Sie müssen einen ererbten Pflichtteilsanspruch selbst dann versteuern, wenn sie ihn gar nicht geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden. Das Vermögen des Erblassers gehe als Ganzes auf den Erben über. Dazu gehöre auch ein dem Erblasser zustehender Pflichtteilsanspruch, weil dieser Anspruch kraft Gesetzes vererblich ist. Für die Besteuerung sei nicht erforderlich, dass der Erbe den geerbten Pflichtteilsanspruch geltend macht. Der Erbe eines Pflichtteilsanspruchs muss nur beim Anfall der Erbschaft Erbschaftsteuer für den Erwerb des Anspruchs bezahlen. Eine spätere Geltendmachung des Pflichtteilsanspruchs durch ihn löst keine weitere Erbschaftsteuer aus. Macht der Erbe - anders als im Streitfall - den Anspruch gegenüber dem Verpflichteten (ebenfalls) nicht geltend, bleibt es aber dabei, dass für den Erwerb des Anspruchs dennoch Erbschaftsteuer anfällt. Demgegenüber unterliegt ein Pflichtteilsanspruch, der in der Person des Pflichtteilsberechtigten entsteht, erst mit der Geltendmachung der Erbschaftsteuer. Der Pflichtteilsberechtigte kann also - anders als sein eigener Erbe - die Erbschaftsteuer dadurch vermeiden, dass er nicht die Erfüllung seines Pflichtteilsanspruchs verlangt.