Verrechnungspreis-Compliance

Mit unserer Transfer Pricing Factory auf der sicheren Seite

Lars Korte Lars Korte

Die Staatengemeinschaft macht ernst beim Thema BEPS. Dies zeigt ganz aktuell die Unterzeichnung eines multilateralen Steuerabkommens, mit dem zentrale Empfehlungen des BEPS-Aktionsplans umgesetzt werden sollen. Mehr zu diesem Abkommen lesen Sie hier. Die Umsetzung der BEPS-Vorgaben spielt auch im Bereich der Verrechnungspreise eine große Rolle. Denn um global eine bessere Transparenz und faire Festlegung von Verrechnungspreisen im Sinne des Fremdvergleichsgrundsatzes zu gewährleisten, hat die OECD einen standardisierten, dreigliedrigen Dokumentationsansatz für alle am BEPS-Projekt beteiligten Länder definiert. Dieser wurde bzw. wird - mit lokalen Abweichungen - von den Ländern in die jeweilige nationale Gesetzgebung übernommen. Dieser Ansatz besteht aus den bisher bekannten Master File und Local File sowie dem im Zuge des BEPS-Prozesses neu eingeführte Country-by-Country-Reporting: Es ist in Deutschland verpflichtend für Unternehmen mit konsolidierten Umsatzerlösen von mindestens 750 Millionen Euro.

Die Compliance des Transfer Pricing wandelt sich damit von einer weitestgehend lokalen hin zu einer zentralen Aufgabe basierend auf dem dreistufigen Dokumentationsansatz. Für international agierende Unternehmen resultieren daraus insbesondere 3 Herausforderungen:

  1. Die zentralen Steuerabteilungen der betroffenen Unternehmen müssen die entsprechenden Kapazitäten vorhalten.
  2. Das Transfer Pricing Management muss so strukturiert werden, dass es eine Trennung von Transfer Pricing Strategie und Transfer Pricing Compliance vorsieht.
  3. Es kommt zu einer deutlichen Zunahme der Steuererklärungen. Diese sind für jedes einzelne Land nach den maßgeblichen nationalen Anforderungen sowie nach bestem Wissen und Gewissen zu erstellen. Das heißt im Ergebnis: Die entsprechenden Steuer-Compliance-Systeme müssen sowohl in den einzelnen Ländern als auch in dem Land des Firmensitzes künftig wesentlich mehr Anforderungen standhalten müssen als bisher.

Anforderungen an die Dokumentationen

Während die Inhalte des Master File standardisiert sind und zentral auf Gruppenebene festgelegt werden, erfordert die Erstellung des jeweiligen länderspezifischen und inhaltlich nicht standardisierten Local File einen integrierten Prozess, in dem die lokalen Einheiten mehr oder weniger stark eingebunden werden. Darüber hinaus müssen die drei geforderten Elemente Master File, Local File & Coutry-by-Country-Reporting zwingend aufeinander abgestimmt sein. Das Country-by-Country-Reporting soll den Behörden einen Überblick über die globale Aufteilung der Erträge und Steuern sowie über bestimmte Indikatoren für die geografische Verteilung der Wirtschaftstätigkeit innerhalb des Unternehmens ermöglichen. Für jede Auslandsgesellschaft müssen bestimmte Punkte des lokalen Abschlusses aufgeführt werden, wie Einkünfte, Vorsteuergewinne und gezahlte bzw. zurückgestellte Ertragsteuern, materielle Vermögenswerte usw.

Ihr Support: Die Transfer Pricing Factory

Während in der Vergangenheit die Dokumentation der Verrechnungspreise und ihre Gestaltung vor allem eine lokale Angelegenheit war, müssen die Informationen nun zentral und standardisiert vorgehalten werden, und darüber hinaus auch noch so aussagekräftig und hochwertig sein, dass sie den Behörden einen Beweis für eine angemessene Verrechnungspreisgestaltung liefern. Die bei den Auslandsgesellschaften lokal verbleibenden Aufgaben hingegen, wie etwa die Erstellung des Local File, unterliegen in den verschiedenen Ländern unterschiedlichen Regularien, was die Komplexität der Compliance-Anforderungen deutlich erhöht.

Für multinationale Unternehmen ist es daher zwingend erforderlich, die Bereiche Transfer Pricing-Strategie und Transfer Pricing-Compliance zu trennen (Transfer Pricing Factory, vgl. Grafik). Aufgrund des BEPS-Projektes der OECD spielt die Compliance-konforme Dokumentation aktuell eine zentrale Rolle. Es sind nun (standardisierte) Dokumentationsleistungen wie die Erstellung des Master File und das Country-by-Country-Reporting auf zentraler Ebene erforderlich (etwa durch Unterstützung der Grant Thornton Global Transfer Pricing Masterfile Platform), die mit umfangreichen Datenerhebungen verbunden sind, da sie lokale Informationen benötigen.

Für die begrenzten lokal verbleibenden Funktionen sollten unter dem Gesichtspunkt der Effizienz die Kapazitäten entsprechend reduziert werden. Allerdings muss die Erstellung des Local File gleichzeitig den gesetzlichen Bestimmungen im Ausland genügen, was die fachliche Komplexität erhöht. Hier bietet es sich an, bestimmte Funktionen wie zum Beispiel die Erstellung der Profile der Auslandsgesellschaften und die Beschreibung von wesentlichen unternehmensgruppeninternen Transaktionen bzw. Geschäftsvorfällen, inklusive der Identifizierung der beteiligten verbundenen Unternehmen, auszulagern. Auch Vergleichbarkeits- und Funktionsanalysen bezüglich der Transaktionen der Geschäftseinheiten sowie relevanter verbundener Unternehmen sollten von Fachexperten übernommen werden.