Betriebliche Gesundheitsförderung

Großbuchstabe „M“ wird zur Pflicht!

Stephanie Saur Stephanie Saur

Seit 2014 hat der Arbeitgeber den Großbuchstaben „M“ mittels elektronischer Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln, wenn dem Arbeitnehmer anlässlich einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten eine mit dem amtlichen Sachbezugswert zu bewertende Mahlzeit zur Verfügung gestellt worden ist. Sofern das Betriebsstättenfinanzamt für steuerfrei gezahlte Reisekostenvergütungen eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat, war bis einschließlich 2018 eine Aufzeichnung des Buchstabens M nicht erforderlich. Diese Übergangsregelung ist zum 31. Dezember 2018 endgültig ausgelaufen. Das bedeutet: Arbeitgeber sollten zur Vermeidung von Haftungsrisiken sicherstellen, dass die Aufzeichnung gewährleistet wird.
Arbeitgeber, die die Steuerbefreiungsvorschrift des § 3 Nummer 34 EStG für gesundheitsförderliche Maßnahmen in Betrieben nutzen, sollten ab Januar 2019 auf die verschärften Dokumentationserfordernisse achten. Unter die Steuerbefreiungsvorschrift des § 3 Nummer 34 EStG (Höchstbetrag 500 Euro jährlich je Arbeitnehmer) fallen ab dem 1. Januar 2019:

  • gesundheitsförderliche Maßnahmen in Betrieben (= betriebliche Gesundheitsförderung), die den vom Spitzenverband der Krankenkassen festgelegten Kriterien entsprechen („allgemeine Maßnahmen“) sowie
  • Maßnahmen zur verhaltensbezogenen Prävention, die nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches V zertifiziert sind. Bei dieser verhaltensbezogenen Prävention (= individuelle Maßnahme) ist die Zertifizierung der Maßnahme zwingende Voraussetzung für die Gewährung der Steuerbefreiung. Bei bereits vor dem 1. Januar 2019 begonnenen individuellen Maßnahmen ist eine Zertifizierung erst erforderlich, wenn die Sachleistungen nach dem 31. Dezember 2019 gewährt werden.