Sensorik

Schlüsseltechnologie treibt Interesse von Investoren

Hanno Hepke Hanno Hepke

Entwicklungen und Einsatzbereiche

Ein Sensor ist ein Gerät, das physikalische Messgrößen wie Temperatur, Licht, Wärme, Bewegung, Feuchtigkeit oder Druck erfasst und diese in einem Output umsetzt durch Anzeige oder Weitergabe der Information zur weiteren Verarbeitung.

Jüngste Entwicklungen in den Sensortechnologien werden durch technologische Quantensprünge in Rechenleistungen, Miniaturisierung, Vernetzung und Mobilität getrieben. Damit einhergehende ökonomische Skaleneffekte und verbesserte Fertigungstechnologien ermöglichen eine rasante Verbreitung der Einsatzbereiche und die Besetzung von Kernfunktionen in wesentlichen Marktsegmenten:

  1. Internet der Dinge (IoT): Es wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2020 bis zu 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden. Etwa 40 Prozent davon werden traditionell intelligente Geräte sein: Computer, Smartphones, Tablets und Fernseher. Die restlichen 60 Prozent werden zu einem großen Teil aus Geräten bestehen, die traditionell nicht internetfähig sind. Die Interoperabilität zwischen Geräten und IoT-Systemen ist entscheidend, um Anwendungen zu ermöglichen und den potenziellen wirtschaftlichen Wert zu heben und zu maximieren. Diese Interoperabilität wird in wesentlichen Teilen von Sensortechnologien hergestellt oder gesteuert und wäre ohne Sensoren, welche Zustandsmessung, -erfassung und -bestimmung für die IoT-Anwendungen durchführen, nicht möglich.
  2. Autonomes fahren (ADAS): Vernetzte und selbstfahrende Autos erzeugen eine große Nachfrage nach Sensoren. Mit Hilfe von Sensoren an Bord und Internet-Konnektivität ändert das vernetzte Auto das Fahrerlebnis, indem es die eigene Wartung und den Betrieb optimiert (durch Sensoren für Spurhalteassistent, Sicht- und Kollisionskontrolle). Auf dem vorgezeichneten Weg zum autonomen Fahren wird der Einsatz von Sensoren weiter zunehmen. Auch in angrenzenden Bereichen, wie etwa der Kfz-Versicherung, führt der Einsatz von Sensoren zu veränderten bzw. neuen Betriebs- und Geschäftsmodellen.

Industrie 4.0: Vernetzung und Prozessautomatisierung sind ein zentraler industrieller Fokus. In diesem Zusammenhang erfordern Automatisierungssysteme für die Prozesssteuerung, Prozesssicherheit, Betriebsführung und Anlagenoptimierung den verstärkten Einsatz von Sensoren für Mess- und Analysegeräte (einschließlich Diagnose) sowie die Steuerung industrieller Einstellungen, die von Ventilen bis zu Stellgliedern und Reglern reichen. Weiterhin generieren industrielle Sektoren wie Energie, Fabrikautomation und Testgeräte über Sensoren zunehmend Daten, die wiederum analysiert und aufbereitet werden und in den Produktions-, Steuerungs- und Automatisierungsprozess einfließen.

Sensornachfrage nimmt weiter zu

Globales_Marktvolumen_Sensorikmarkt_190328_nst.jpgDie Vervielfältigung der Anwendungsgebiete führt zu nachhaltigem Wachstum in allen Sensorikbereichen. Dabei ist der Sektor, in dem mit Abstand das größte Wachstum prognostiziert wird, der Fahrzeugbau, in dem von einer Verdopplung der Umsätze von 2010 bis 2020 auf 31 Milliarden Euro ausgegangen wird. Es folgen die IT & Kommunikationstechnologie sowie die Gebäudetechnik.

Nachhaltige Transaktionsaktivität im Sensorikmarkt

Das weltweite Marktwachstum im Sensorikbereich spiegelt sich seit 2013 auch in einer hohen Aktivität bei Fusionen und Übernahmen wider. Die Anzahl der Transaktionen hat sich von im Durchschnitt rund 50 im Zeitraum 2010 bis 2013, auf durchschnittschlich 80 Transaktionen im Zeitraum 2014 bis 2017 gesteigert.

Der Markt durchläuft dabei derzeit eine erste Konsolidierungsphase, in der einerseits Nischen- und Technologieanbieter in strategischen Akquisitionen durch größere Marktteilnehmer oder durch Finanzinvestoren erworben werden. Andererseits schließen sich Sensorikunternehmen zusammen, unter anderem um Synergien in Forschung und Entwicklung und Vertrieb zu erzielen, aber auch, um dem wachsenden Preisdruck durch Skaleneffekte zu begegnen.

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Die hohe Transaktionsaktivität und die Attraktivität von Transaktionen im Sensorikmarkt findet auch Ausdruck in gestiegenen Marktbewertungen. Dieser wird insbesondere ab 2016 deutlich und verbleibt dann nachhaltig auf hohem Niveau.

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Zunehmende Finanzierungsaktivität von Sensorik Start-ups

Gleichzeitig ist eine stark zunehmende Finanzierungaktivität bei Start-ups und jungen Unternehmen zu beobachten.

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Dabei haben Erst-und Zweitrundenfinanzierungen in 2018 im Vergleich zu den früheren Perioden wieder zugenommen, was auf einen Anstieg der Neugründungen und damit Innovationsdruck und das weitere Potenzial des Marktes hinweist. Die Zunahme der Volumina in den Zweitrundenfinanzierungen lässt auf hohen anfänglichen Kapitalbedarf, aber auch nachhaltige Entwicklungen schließen. Auch in den dritten, vierten und fünftenFinanzierungsrunden ist eine stetige Steigerung seit 2016 zu beobachten, was sowohl auf eine nachhaltige Finanzierungsnotwendigkeit und –bereitschaft, wie auch künftiges Potenzial der finanzierten Unternehmen schließen lässt.

Ausblick

Wachstumschancen rund um die Entwicklung innovativer Sensortechnologien ziehen zunehmend potenzielle Käufer und Investoren an. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld streben die Akteure der Branche an, die Rentabilität zu verbessern, indem sie die Leistung steigern, die Reaktionsfähigkeit der Systeme optimieren und die Betriebskosten senken. Gleichzeitig werden, in diesem sich rapide entwickelnden Technologieumfeld, Innovationen zunehmend auch durch externe Zukäufe abgesichert. Beides führt auch in absehbarer Zukunft zu einer weiterhin hohen Transaktionsaktivität.

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