Mietwohnungsneubau

Steuerliche Förderung in Kraft getreten

Jan Evers Jan Evers

Eigentlich sollte das Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus bereits länger in Kraft sein. Doch der Bundesrat hatte es kurzfristig von der Tagesordnung der letzten Sitzung in 2018 genommen. Die erforderliche Zustimmung hat die Länderkammer im Juni 2019 nachgeholt, sodass die Förderung einen Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt am 8. August 2019 in Kraft getreten ist.

 

Damit Mietwohnungen im unteren und mittleren Preissegment geschaffen werden, gewährt der Gesetzgeber nun als Anreiz eine Sonderabschreibung, die bis zu fünf Prozent im Jahr der Anschaffung oder der Herstellung und in den folgenden drei Jahren beträgt. Insgesamt können damit in den ersten vier Jahren bis zu 20 Prozent zusätzlich zur regulären Abschreibung abgeschrieben werden.

 

Es existieren allerdings zwei wesentliche Kappungsgrenzen, die den Anreiz zur Nutzung dieser steuerlichen Förderung in der Praxis erheblich dämpfen dürften: Die Sonderabschreibung wird nur gewährt, wenn die Anschaffungs-/Herstellungskosten 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen. Steuerlich gefördert werden außerdem nur Kosten bis maximal 2.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Insbesondere in den von Wohnungsnot besonders betroffenen Ballungsgebieten könnte es sich als äußerst schwierig erweisen, die Maximalgrenze von 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche einzuhalten. Wird die Maximalgrenze auch nur um einen Euro überschritten, entfällt die Begünstigung vollständig. Das gilt im Übrigen mit Rückwirkung auch für den Fall, dass die Grenze durch nachträgliche Herstellungskosten überschritten wird.

 

Die Sonderabschreibung setzt weiter voraus, dass neuer Wohnraum entsteht, der der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken über einen Zeitraum von zehn Jahren dient. Leerstand ist hierbei ebenso schädlich wie die kurzfristige Vermietung an Feriengäste.

 

Gefördert werden nur Baumaßnahmen aufgrund eines nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellten Bauantrags oder – falls eine Baugenehmigung nicht erforderlich ist – einer in diesem Zeitraum getätigten Bauanzeige. Aber nicht nur die Herstellung neuer Wohnungen ist begünstigt, sondern auch deren Anschaffung – vorausgesetzt, diese erfolgt bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung. Auch hier wird auf das Datum des Bauantrags bzw. der Bauanzeige abgestellt.

 

Sonderabschreibungen sind letztmalig im Jahr 2026 möglich – und zwar auch dann, wenn der Abschreibungszeitraum in 2027 noch nicht abgelaufen ist. Zur Nutzung der vollen Begünstigung muss die Anschaffung bzw. Fertigstellung der Mietwohnungsneubauten daher spätestens im Jahr 2023 erfolgen.