e-Commerce

Nutzen Sie die Vereinfachungen bei der Umsatzsteuer

Ulrike Slotty-Harms Ulrike Slotty-Harms

Die derzeit in der EU geltenden umsatzsteuerlichen Regelungen bedeuten insbesondere für den Internethandel großen administrativen Aufwand. So legen sie insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen zahlreiche Steine für den grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr in den Weg. Die EU Kommission hat im Rahmen des digitalen Binnenmarktes unter anderem folgende Maßnahmen vorgeschlagen, um die umsatzsteuerlichen Meldeverpflichtungen zu vereinfachen und eine zutreffende Besteuerung des privaten Endverbrauches zu gewährleisten:

Einführung/Änderung von Schwellenwerten: Grenzüberschreitende Warenlieferungen an Privatpersonen sollen künftig erst ab einem jährlichen grenzüberschreitenden Umsatz von 10.000 Euro nicht mehr im Ansässigkeitsstaat der Umsatzbesteuerung unterliegen. Die derzeitige Regelung des §3c Umsatzsteuergesetz (UStG) („Versandhandelsregel“) kennt nur ein kompliziertes System von Schwellen der jeweiligen Mitgliedstaaten. Ebenso sollen grenzüberschreitende elektronische Dienstleistungen an Privatpersonen erst ab einem jährlichen grenzüberschreitenden Umsatz von 10.000 Euro nicht mehr im Ansässigkeitsstaat der Besteuerung unterliegen. Die derzeit geltende Regelung im UStG enthält keine Wesentlichkeitsschwelle. Darüber hinaus sollen bis zu einem grenzüberschreitenden Umsatz mit Dienstleistungen von jährlich 100.000 Euro Vereinfachungen bezüglich der Ansässigkeit des Dienstleistungsempfängers eingeführt werden.

MOSS für Versandhandelsumsätze: Die 2015 für elektronische Dienstleistungen eingeführte einzige Anlaufstelle für die Mehrwertsteuer (Mini One Stop Shop; MOSS) soll auf Versandhandelsumsätze, also Lieferungen an Privatpersonen im EU Ausland, erweitert werden. Die betroffenen Unternehmer müssen dann - ohne umsatzsteuerliche Registrierung im Ausland - lediglich eine vierteljährliche Meldung gegenüber den Finanzbehörden ihres Ansässigkeitsstaates abgeben.

Gleichstellung von elektronischen Zeitungen mit gedruckten Werken: Künftig sollen die Mitgliedstaaten die Möglichkeit erhalten, elektronische Veröffentlichungen mit dem ermäßigten Satz zu besteuern, die bisher dem Regelsteuersatz unterliegen.

Fazit

Die Vorschläge der Kommission sind lediglich der Anfang des Gesetzgebungsverfahrens. Dennoch sind die Vorschläge zu begrüßen – denn sie sollen den Unternehmen durchschnittlich 8.000 Euro pro EU-Land an Kosten sparen und Steuerverluste in Höhe von 5 Milliarden Euro vermeiden.