Städtebau

„Unsere Eigennutzerquote liegt bei 80%“

Dr. Thomas Wagner Dr. Thomas Wagner

Brack Capital Properties N.V. (BCP) ein an der Börse in Tel Aviv notiertes Immobilienunternehmen mit einem Immobilienvermögen in Deutschland von rund 1,5 Milliarden Euro, hat 2008 mit Risiko und Weitsicht eine ca. 15 Hektar große altindustrielle Fläche in Düsseldorf (ehemaliges Hohenzollernwerk) erworben und nach einem aufwändigen Planverfahren zu einem gefragten Wohnstandort entwickelt. Ulrich Tappe, Geschäftsführer der Grafental GmbH & Co. KG, beschreibt im Interview aus Sicht des Projektentwicklers die Grundlagen für den Erfolg.

Herr Tappe, wie würden Sie rückblickend die zentralen Schlüsselfaktoren für den Erfolg des Projekts beschreiben?
Ulrich Tappe: Zunächst einmal: Der Kaufentscheidung lag eine eingehende Analyse des Düsseldorfer Marktes zugrunde, der einerseits Bevölkerungswachstum und andererseits Flächenknappheit bereits zum damaligen Zeitpunkt zeigte. Dann besitzt die BCP die notwendige Eigenkapitalstärke, die es erlaubt, derartig langfristige Entwicklungen erfolgreich zu steuern. Die Entscheidung für ein robustes städtebauliches Konzept mit Chancen für Urbanität und vielfältige Architektur war ein weiterer wesentlicher Baustein. Last but not least ist die Umsetzung selbst zu einem Erfolgsfaktor geworden, da durch die zügige Bebauung aus einer Hand Vertrauen auf gute Qualität bei den Kunden erzeugt werden konnte.

Was ist bis heute geschehen?
Ulrich Tappe: Das Projekt Grafental ist sicher das Projekt in Düsseldorf, das im Vergleich zu anderen Großprojekten am zügigsten umgesetzt wurde. Rechtskraft des Bebauungsplans wurde erst im August 2012 erreicht. Bis heute sind über 500 Wohneinheiten fertiggestellt und an die Käufer übergeben worden. Daneben wurden eine zentrale Piazza mit einigen Ladenlokalen, eine Kita, Spielplätze und ein großer Park sowie Straßen rund um die ersten Baublöcke errichtet. Weitere rund 230 Wohneinheiten sind derzeit im Bau. Parallel dazu wurde mit der Stadt am Baurecht für weitere Wohnbauflächen gearbeitet. In den Bauplanungsbereichen Mitte und Ost werden so weitere rund 600 Wohnungen entstehen können. Ferner ist noch ein Gymnasium geplant. Insgesamt hat der Stadtteil dann über 1.500 Wohnungen.

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren für das Projekt Grafental?
Ulrich Tappe: Aus meiner Sicht ist in diesem Zusammenhang zunächst die Namensgebung als Teil des „Düsseldorfer“ Marketings zu nennen. Grafental liegt zwischen Grafenberg und Düsseltal, auf dem Gebiet des Arbeiterstadtteils Flingern. Mit dem Kunstnamen Grafental ist es gelungen, eine dauerhafte Namensgebung vorzunehmen und gleichzeitig einen Qualitätsstandard vorzugeben, der  zwischen den beiden hochpreisigen Standorten Grafenberg und Düsseltal liegt. Das relativ einfache Marketing hat schon nach kurzer Zeit dazu geführt, dass der Name allseits bekannt und akzeptiert ist. Daneben spielt die Architektur eine wichtige Rolle. Wir haben uns bewusst  entschieden, unterschiedliche Architekten zu beauftragen und diverse Fassaden der modernen Architektur zu verwenden. Dadurch ist es gelungen, ein hohes Maß an Individualität für die Häuser zu erreichen und die Großstrukturen aufzubrechen. Kommentare von Kunden zeigen uns, dass diese Art der Architektur als angenehm, freundlich und lebenswert empfunden wird.

Wir als Projektentwickler verfolgen hier in Grafental einen ganzheitlichen Ansatz. Wir versuchen über diverse Aktivitäten im Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsbereich Möglichkeiten zu schaffen, sich in  Grafental zu treffen und zu begegnen. Wir haben darüber schon eine hohe Identifikation mit dem Standort schaffen können. Viele unserer Kunden fühlen sich als Grafentaler und werben kräftig für uns. Unsere Eigennutzerquote liegt nicht ohne Grund bei rund 80%.

Vielen Dank für das Gespräch