Internationale Studie: Auch Deutschland macht großen Fortschritt

  • Gesamtzahl an Frauen in Führungspositionen trotzdem gering
  • Trend zur Gender-Vielfalt bleibt aus
  • Grundsätzlicher Handlungs- und Kulturwandel nötig

Im Vergleich zum Vorjahr beschäftigen weltweit zunehmend mehr Mittelständler (75 % in 2018 vs. 66 % in 2017) mindestens eine Frau in Vorstand oder Geschäftsführung ihrer Unternehmen. Dies ist das wesentliche Ergebnis der internationalen Studie „Women in Business“, einer repräsentativen Umfrage der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton unter Mittelständlern.

Deutschland macht großen Fortschritt

Auch in Deutschland haben die mittelständischen Unternehmen einen bedeutenden Wandel vollzogen. Mittlerweile beschäftigen 67 % der Befragten mindestens eine Frau in Vorstand oder Geschäftsführung. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 47 %. Somit liegt Deutschland nur leicht unter dem Schnitt in der Europäischen Union: Hier gab es einen Anstieg von zuvor 64 % (2017) auf 73 % in 2018.

Afrika und Osteuropa vorne

Besonders groß ist die Anzahl an Unternehmen mit mindestens einer Frau in Vorstand oder Geschäftsführung in den Schwellenländern Afrikas (89 % in 2018) sowie in Osteuropa (87 % in 2018). Erstaunlich: Sogar Lateinamerika mit starker kultureller Männerdominanz kann mit einem Anstieg von zuvor 52 % (2017) auf 65 % in 2018 eine immense Verbesserung verzeichnen. Diese Zahlen unterstreichen die wachsende Erkenntnis, dass Gender-Vielfalt die Qualität von unternehmerischen Entscheidungen nachhaltig positiv beeinflusst.

Gesamtzahl an Frauen in Führungspositionen aber weiterhin gering

Auch wenn sich die Mittelständler weltweit also in eine fortschrittliche Richtung bewegen, ist die Gesamtzahl an Frauen in Führungspositionen immer noch sehr klein. Deutschland hat sich hier im Vergleich zum Vorjahr (18 %) zwar verbessert, aber mit 23 % in 2018 immer noch keinen bedeutenden Wandel vollzogen. Weltweit ist die Anzahl an Frauen innerhalb von Vorstand oder Geschäftsführung sogar zurückgegangen (24 % in 2018 vs. 25 % in 2017).  Die Schwellenländer haben zwar auch hier die Nase vorn, aber wirklich glänzen können auch sie mit ihren Zahlen nicht: In Osteuropa gibt es 36 % Frauen in Führungspositionen, Lateinamerika und Afrika teilen sich einen Rang mit jeweils 30 %. Die Europäische Union liegt mit nur 27 % deutlich zurück.

Vorteile durch Gender-Vielfalt belegt

„Das Verhältnis von Frauen zu Männern im Senior Management mittelständischer Unternehmen ist nach wie vor entwicklungsfähig. Hier besteht noch weiterer Handlungsbedarf, denn von den Vorteilen einer echten Geschlechtervielfalt profitieren Unternehmen erst dann nachhaltig, wenn es Frauen in der Führungsebene gibt – gerne auch mehr als eine“, erklärt Dr. Heike Wieland-Blöse, Vorstand Human Resources bei Warth & Klein Grant Thornton. Belegt wurden diese Vorteile in der letzten „Women in Business“ Studie, die sich u.a. mit Geschlechtervielfalt im Zusammenhang mit Risikomanagement und der Nutzung von Wachstumschancen beschäftigt hat. Hierbei wurde deutlich, dass durch die Vielfalt an Denk- und Sichtweisen bei Mitarbeitern beider Geschlechter, Probleme besser gelöst und Wachstumschancen eher genutzt werden können.

Richtlinien alleine führen nicht zum Fortschritt

Die erhobenen Daten der diesjährigen Umfrage zeigen auch, dass Richtlinien zur Geschlechtergleichheit reichlich vorhanden und weit verbreitet sind. 85 % der deutschen Mittelständler (81 % weltweit) zahlen den gleichen Lohn für Männer und Frauen, die die gleiche Position bekleiden. Immerhin 52 % (71 % weltweit) legen Wert auf die Gleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Maßnahmen, die arbeitende Eltern unterstützen, sind ebenfalls beliebt. So gibt es bei 60 % (59 % weltweit) der Unternehmen bezahlte Elternzeit. Die Art und die Menge dieser Richtlinien allein scheinen die Anzahl an Frauen in Führungspositionen aber nicht zu erhöhen.

Dr. Wieland-Blöse: „Es ist offensichtlich, dass die einfache Einführung von Richtlinien nicht das gewünschte Ergebnis liefern kann. Hier hilft nur ein grundsätzlicher Haltungs- und Kulturwandel, der aus Überzeugung und von der Unternehmensführung ausgehend geschieht. Nur so kann ein dauerhafter Wandel stattinden, der jedem Individuum, egal ob Mann oder Frau, gleiche Erfolge und Entwicklungen ermöglicht.“

 

Über den IBR:

Der „IBR-International Business Report“ von Warth & Klein Grant Thornton befragt mittelständische Unternehmen aus allen Branchen und Industriezweigen. Die Daten für die aktuelle Veröffentlichung basieren auf Interviews mit 5.000 Führungskräften in 35 Volkswirtschaften weltweit. Befragte Personen sind in erster Linie CEOs sowie geschäftsführende und leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Über Warth & Klein Grant Thornton:

Warth & Klein Grant Thornton gehört zu den zehn größten deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Rund 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen an zehn Standorten in Deutschland neben börsennotierten Unternehmen den großen Mittelstand. Schwerpunkte der Arbeit der Gesellschaft sind Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Corporate Finance & Advisory Services. Die Gesellschaft berät weltweit im Netzwerk von Grant Thornton mit rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehr als 700 Standorten in über 135 Ländern.

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen:

Karl-Heinz Heuser

Telefon: + 49 221 397 503-50

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