Gemeinsame Studie mit Kirchhoff Consult und DSW

Die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult AG hat zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) den Umfang und Inhalt der Quartalsmitteilungen 2016 im DAX, MDAX TecDAX und SDAX untersucht. Die Untersuchung erfolgte vor dem Hintergrund, dass seit Ende November 2015 im Prime Standard gelistete Unternehmen nicht mehr gesetzlich verpflichtet sind, Quartalsberichte für das erste und dritte Quartal zu erstellen. Diese wurden durch Quartalsmitteilungen ersetzt, die deutlich geringeren Transparenzanforderungen unterliegen.

Reduzierter Umfang, vor allem beim Risiko- und Prognosebericht

In ihrer Studie kommen die Kapitalmarktexperten zu dem Ergebnis, dass der Gesamtumfang der Quartalsberichte indexübergreifend um etwa 27 Prozent reduziert wurde – von durchschnittlich 41 Seiten auf 30 Seiten. Besonders die Risiko- und Prognoseberichte wurden mitunter erheblich gekürzt (-58 bzw. -43 Prozent). Gleiches gilt für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen inklusive Branchenumfeld (-33 Prozent). Weitere Reduzierungen wurden in der Segmentberichterstattung sowie beim Vorwort festgestellt. Zudem inkludierten nur noch rund 50 Prozent der Unternehmen ein Aktienkapitel (Vorjahr: noch 70 bis 85 Prozent, je nach Index). Deutliche Einbußen gab es auch beim Anhang: Je nach Index erstellten nur noch 53 bis 80 Prozent der Unternehmen zu Q1 2016 einen Anhang mit erläuternden Angaben. Im Vorjahr enthielten noch fast alle Berichte der untersuchten Unternehmen (94 bis 100 Prozent) einen Anhang. Darüber hinaus wurde der Rechnungslegungsstandard IAS 34 nur noch von rund 60 Prozent der Unternehmen angewendet (Vorjahr: noch 99 Prozent). Neben den inhaltlichen Einsparungen ließen auch nur noch wenige Unternehmen eine prüferische Durchsicht ihres Berichts zum ersten Quartal 2016 vornehmen.

Zahlen weiterhin fester Bestandteil in den Quartalsmitteilungen

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Zahlen: So wurden von nahezu allen Unternehmen nach wie vor die wesentlichen Zwischenabschlusstabellen bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Cash-Flow-Rechnung präsentiert. Die Darstellung von wichtigen Kennzahlen im Einstieg ist nach wie vor ein fester Bestandteil in den Quartalsberichten der Unternehmen. Teilweise verzichtet wurde hingegen auf die im deutschen Recht traditionell weniger verankerte Eigenkapitalveränderungsrechnung. Auch die Kürzungen bei der Beschreibung des Geschäftsverlaufs sowie der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage waren vergleichsweise moderat. Besonders aufgefallen ist bei der Untersuchung darüber hinaus, dass Beiersdorf die Berichterstattung zum ersten Quartal 2016 auf 4 Seiten beschränkt (Vorjahr: noch 24 Seiten) und dabei als einziges DAX-Unternehmen sogar auf eine Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine Bilanz verzichtet. Auch Thyssen kürzte kräftig und fasste alle Texte des Zwischenlageberichts stichpunktartig zusammen. Auffällig war, dass Osram und Evotec mit Powerpoint-Charts ein neues Format für ihre Quartalsmitteilungen nutzten.

„Analog zu unseren Empfehlungen aus dem vergangenen Dezember veröffentlichen nahezu alle Unternehmen im Prime Standard auch weiterhin einen aussagekräftigen Quartalsbericht. Gleichzeitig zeigt die Studie auch, dass viele Unternehmen Einsparungen beim Umfang ihrer Quartalsberichte erreicht haben, ohne dass der Informationsgehalt darunter zu sehr leidet“, sagt Klaus Rainer Kirchhoff, Vorstandsvorsitzender der Kirchhoff Consult AG. Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.: „Positiv hervorzuheben ist, dass der Fokus klar auf die Zahlen und damit auf das Wesentliche gerichtet ist. Im Sinne einer transparenten Berichterstattung raten wir den Unternehmen, diesen Fokus beizubehalten. Die Unternehmen sollten nicht der Versuchung erliegen, sich in ,schlechten Zeiten‘ auf ein Minimum der Berichterstattung zurückziehen. Der Quartalsbericht hat für den Kapitalmarkt und die Investoren nach wie vor eine hohe Bedeutung.“

„Diese Studie zeigt deutlich, dass Transparenz und Fokussierung auf das Wesentliche im Vordergrund stehen. Wir werden gespannt beobachten, wo die weitere Reise mit den Quartalsmitteilungen hingeht“, ergänzt Tim Robinson, Associate Partner bei Warth & Klein Grant Thornton.

Die vollständige Studie von Kirchhoff Consult und Warth & Klein Grant Thornton in Kooperation mit der DSW finden Sie hier.

Über Warth & Klein Grant Thornton

Warth & Klein Grant Thornton gehört zu den zehn größten deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Über 750 Mitarbeiter betreuen an zehn Standorten in Deutschland neben börsennotierten Unternehmen den dynamischen Mittelstand. Die Gesellschaft berät weltweit im Netzwerk von Grant Thornton mit über 40.000 Mitarbeitern an mehr als 700 Standorten in über 130 Ländern. Im Bereich Governance, Risk & Compliance beraten derzeit 30 Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und ITSpezialisten Unternehmensleitungen und Aufsichtsorgane bei der Risikoabwehr und der Aufklärung von Vorfällen.

Über die DSW

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW) wurde 1947 gegründet und ist heute mit ca. 30.000 Mitgliedern der führende deutsche Verband für private Anleger. Die hauptamtliche Geschäftsführung hat ihren Sitz in Düsseldorf. Zusätzlich gibt es bundesweit 8 Landesverbände, die von ehrenamtlichen Landesgeschäftsführern geleitet werden.

Über Kirchhoff

Die Kirchhoff Consult AG ist eine Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation mit den Schwerpunkten Reporting, Kapitalmarkttransaktionen und IR/PR. Bei der Konzeption und Gestaltung von Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten sowie der Begleitung von Börseneinführungen ist die Agentur führend in Deutschland. Kirchhoff Consult hat Standorte in Deutschland, Österreich und Rumänien.

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