Weltweite Manager-Umfrage

Iren und Briten fürchten den Brexit am meisten – Wirtschaft findet den Euro gut, aber nicht die politische Integration - Internationale Manager- Umfrage

Die irische Wirtschaft fürchtet einen möglichen Brexit europaweit am meisten. 92 Prozent der Führungskräfte in irischen Unternehmen erwarten negative Folgen für Europa, wenn Großbritannien die EU verlassen sollte. Das ist ein Spitzenwert in der EU. Auch Spanier und Griechen machen sich große Sorgen um Europa, falls die Briten aussteigen. Deutsche Top-Manager sehen den Brexit gelassener. Hierzulande rechnen 61 Prozent mit eher negativen Effekten für Europa. In Frankreich sind es sogar nur 51 Prozent.

Insgesamt wird der Brexit von den Unternehmen innerhalb der Eurozone als weniger schlimm eingeschätzt als ausserhalb. In Großbritannien, Polen und Schweden beurteilen jeweils rund 72 Prozent der Führungskräfte einen Brexit als negativ für Europa. Die Länder der Eurozone kommen auf 64 Prozent. Zwar ist Euro in der irischen Wirtschaft beliebt: 96 Prozent der Manager in irischen Unternehmen sprechen sich für einen Verbleib ihres Landes im Euro aus. Aber 40 Prozent von ihnen wünschen sich keine weitere europäische Integration. Dabei werden die Iren in der EU nur noch von den Briten übertroffen. Hier lehnen sogar 62 Prozent der Führungskräfte in der Wirtschaft eine engere Zusammenarbeit in der EU ab.

Das zeigt der International Business Report (IBR), für den die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton 1.100 Unternehmen in den zehn Euroländern und ihren unmittelbaren Nachbarn befragt hat.

Wirtschaft will auf den Euro nicht verzichten

Die Sorge der Iren ist verständlich, denn der Euro ist eine Erfolgsgeschichte: Im vergangenen Jahr wollte kein Top-Manager in irischen Unternehmen auf die gemeinsame Währung verzichten, aktuell sind es 94 Prozent. Die Zustimmung der Wirtschaft zum Euro ist auch in anderen Euroländern überwältigend: 99 Prozent der Führungskräfte in Spanien, 97 Prozent in Deutschland und 94 Prozent in Griechenland lehnen einen Ausstieg ihrer Länder aus dem Euro ab. Wer den Euro nicht hat, tut sich dagegen schwer, diese Begeisterung zu teilen. So sind 82 Prozent der britischen Führungskräfte überzeugt, dass ihr Land dem Euro niemals beitreten werde. "Der Euro gilt bei denen, die ihn haben, als Motor für eine gute Unternehmensentwicklung", sagt Klaus-Günter Klein, Vorstandsvorsitzender von Warth & Klein Grant Thornton: "Die damit verbundene politische Integration ist dagegen weniger beliebt."

Spanier wollen mehr Integration, die Briten nicht

In Irland und Großbritannien gilt die aktuelle Zusammenarbeit in der EU als ausreichend. 62 Prozent der britischen Führungskräfte und immerhin noch 40 Prozent der Manager in irischen Unternehmen lehnen eine weitere europäische Integration ab. Schlechter ist das Image der EU in keinem Land Europas. Die größten Vorteile aus der Integration in der EU versprechen sich dagegen die Spanier: Hier sind nur 3 Prozent der befragten Manager gegen eine noch engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit in der EU. In deutschen Unternehmen ist die Zustimmung zur EU-Integration ebenfalls hoch.

Iren und Briten wenden sich vor allem gegen eine engere politische Integration. Bei den irischen Führungskräften sind 54 Prozent für eine Stärkung des Binnenmarktes, aber nur 18 Prozent für eine engere politische Zusammenarbeit. Die Briten wollen zu 30 Prozent eine stärkere wirtschaftliche Integration. Nur 4 Prozent wünschen sich auch ein engere poltitisches Zusammenrücken. Mit 75 Prozent für eine stärkere wirtschaftliche Integration und 44 Prozent für mehr politische Zusammenarbeit ist die Zustimmung unter deutschen Managern sehr viel höher.

Über Warth & Klein Grant Thornton

Warth & Klein Grant Thornton gehört mit rund 76 Millionen Euro Jahresumsatz zu den Top10 der deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Über 700 Mitarbeiter betreuen an zehn Standorten in Deutschland neben börsennotierten Unternehmen den großen Mittelstand. Schwerpunkte der Arbeit der Gesellschaft sind Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung sowie Corporate Finance & Advisory Services. www.wkgt.com

Über den International Business Report

Der "IBR-International Business Report" von Warth & Klein Grant Thornton befragt mittelständische Unternehmen aus allen Branchen und Industriezweigen. Die Daten für die aktuelle Veröffentlichung basieren auf Interviews mit 1.100 Geschäftsleuten in den Euroländern und ihren Nachbarn. Befragte Personen sind in erster Linie CEOs sowie geschäftsführende und leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.