Familiengesellschaft

So gelingt die Absicherung der älteren Generation

Dr. Claudia Klümpen-Neusel Dr. Claudia Klümpen-Neusel

Die Familiengesellschaft, auch Familienpool genannt, kann ein sinnvolles und nachhaltiges Instrument für die Übertragung von Vermögenswerten in der Familie sein.

Familiengesellschaften können als Kapital- und als Personengesellschaften errichtet werden. Der Inhalt der gesellschaftsvertraglichen Regelungen unterliegt – insbesondere im Falle einer GmbH oder einer Kommanditgesellschaft – weitestgehend der Privatautonomie, so dass mit diesem Gestaltungsmittel auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Familienverbundes eingegangen werden kann. Über die gesellschaftsrechtliche Regelung bestehen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten und damit ein größerer Spielraum als bei der klassischen Nachfolgeplanung.

Ein zentraler Aspekt eines Familienpools liegt darin, dass die Beteiligung an dem Vermögen über die Beteiligung an der Gesellschaft geregelt wird. Die Gegenstände des Familienvermögens – zumeist Grundstücke und Wertpapiere – werden auf die Gesellschaft übertragen, so dass diese Eigentümerin der Vermögenswerte wird. An der Gesellschaft werden neben dem bisherigen Vermögensinhaber die Familienmitglieder beteiligt, auf die das Vermögen übergehen soll. Eine Zerschlagung des Vermögens wird dadurch vermieden. Das Modell ist zudem ideal, wenn sich die Übergeber die Verwaltungshoheit über das Vermögen vorbehalten möchten.

Lesen Sie, wie die Absicherung der älteren Generation erreicht werden kann:

Sowohl den Unwägbarkeiten bei der rechtlichen Umsetzung als auch dem Sicherheitsbedürfnis der älteren Generation kann mit Hilfe einer Familiengesellschaft Rechnung getragen werden. Sinn und Zweck einer Familiengesellschaft ist es, das familiäre Vermögen in einer gesellschaftsrechtlichen Struktur zu bündeln, es bestimmten Verfügungsbeschränkungen zu unterwerfen und der älteren Generation Leitungsfunktionen vorzubehalten. Letzteres kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass dem Senior im Rahmen des Gesellschaftsvertrages Geschäftsführungsaufgaben zugewiesen werden. Daneben sind oftmals gesellschaftsvertragliche Zustimmungserfordernisse für den Fall einer Übertragung von Gesellschaftsanteilen an Nicht-Familienmitglieder üblich. Dadurch würde die Verfügungsbefugnis der Kinder über den Gesellschaftsanteil und somit indirekt auch über das Gesellschaftsvermögen eingeschränkt. Flankierend können gesellschaftsvertragliche Regelungen Kündigungsrechte der Gesellschafter zeitlich beschränkt ausschließen.

Ein weiterer Vorteil der Familiengesellschaft besteht darin, das Vermögen mit Hilfe von Gesellschaftsanteilen in gewünschter „Stückelung“ verfügbar machen zu können. Während bei der Übertragung der Immobilien zu Bruchteilseigentum eine Übertragung an jeder einzelnen Immobilie erforderlich ist, kann dasselbe Vermögen in der Form einer Familiengesellschaft durch einen einzigen Rechtsakt – nämlich die Übertragung eines Gesellschaftsanteils – vollzogen werden.

Nießbrauch sorgt für Sicherheit

Dem Sicherheitsbedürfnis der älteren Generation könnte dadurch Rechnung getragen werden, dass der Senior sein Vermögen beispielsweise unter Nießbrauchvorbehalt auf die Familiengesellschaft überträgt oder sich ein Nießbrauchrecht an den Gesellschaftsanteilen der nächsten Generation vorbehält. Kombiniert mit Stimmrechtvollmachten könnte der Senior somit Einfluss auf die Ausschüttungspolitik der Familiengesellschaft nehmen und käme in den Genuss der ausschüttungsfähigen Erträge.