Der Brexit steht bevor

Auswirkungen auf die Umsatzsteuern

Dr. Marion Frotscher Dr. Marion Frotscher

Durch den BREXIT wird UK steuerlich zum Drittstaat. Dies gilt unabhängig davon, ob es zu einer Übergangsfrist kommt oder ein sog. „harter“ Brexit eintritt. Dies kann erhebliche Bedeutung auf die ertragsteuerliche Situation von Unternehmen haben. Nachfolgend werden die wichtigsten Auswirkungen auf die Umsatzsteuer dargestellt.

  • Grenzüberschreitender Warenverkehr: Durch den BREXIT wird UK auch umsatzsteuerlich zum Drittland. Daher handelt es sich bei den grenzüberschreitenden Warenlieferungen nicht mehr um innergemeinschaftliche Lieferungen und innergemeinschaftliche Erwerbe, sondern um Aus- und Einfuhren. Für diese Lieferungen sind keine zusammenfassenden Meldungen abzugeben. Die Dokumentation ist entsprechend den allgemeinen Vorschriften vorzunehmen.
  • Grenzüberschreitende Dienstleistungen: Bei der Erbringung von grenzüberschreitenden Dienstleistungen ändert sich im B2B Bereich grundsätzlich der Ort der Leistung und damit die umsatzsteuerliche Beurteilung nicht. Allerdings muss bei B2B Leistungen kein Nachweis der Unternehmereigenschaft an Hand der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Leistungsempfängers erfolgen; dieser Nachweis kann auch anders erbracht werden.
  • Elektronische Dienstleistungen: Erbringen Unternehmer aus UK elektronische Dienstleistungen, können diese ggf. nicht mehr am MOSS Verfahren teilnehmen. Sie müssen die Dienstleistungen daher entweder in dem jeweiligen Land der Umsatzsteuer unterwerfen oder sich für das One-Stop-Shop Verfahren für Drittstaaten Unternehmen anmelden. Außerdem unterfallen Dienstleistungen an Nutzer in UK nicht mehr dem MOSS Verfahren, sondern müssen nach dortigem Umsatzsteuerrecht besteuert werden.
  • Vorsteuervergütungsverfahren: Auch nach dem BREXIT kann in Deutschland gezahlte Umsatzsteuer im Vorsteuervergütungsverfahren erstattet werden. Allerdings ist der entsprechende Antrag nunmehr bis zum 30. Juni (statt wie bisher zum 30. September) zu stellen.